Meyer, Georg
Grundzüge des Eisenbahn-Maschinenbaues: Die Lokomotiven — Berlin, 1883

Page: 210
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Anordnung der Dampfmaschine hei Lokomotiven.

Die bei den drei genannten Perioden vorkommenden Arbeiten
können ersetzt werden durch eine ihnen gleiche Gesammtarbeit, welche
man erhält, indem man das Produkt aus Kolbenfläche und Hub multi-
plicirt mit einer mittleren Spannung pm.
Das Gleiche gilt für die Rückseite des Kolbens, wo der Dampf
als widerstehende Kraft auftritt; und zwar ist hier beim Beginne des
Kolbenhubes die Ausströmung vorhanden ; später wird die Ausströmung
abgeschlossen und es beginnt die Kompression; kurz vor Knde des
Hubes tritt dann noch frischer Dampf hinzu.
Bezeichnen wir mit qm die mittlere Dampfspannung, welche, mit
dem Kolbenhübe multiplizirt, die gesammte widerstehende Arbeit des
Dampfes für die Rückseite des Kolbens darstellt, so ist die nützliche
mittlere Dampfspannung, wenn wir dieselbe mit pn bezeichnen:
Pn — Pm — Qm •
Die auf einen Kolben übertragene nützliche Arbeit ist sonach,
wenn F die Kolbenfläche bezeichnet, für den Hub /:

Ai = pn F l ,

oder für beide Cylinder:

2 A,

Pn FL

Bezeichnet ferner v die Kolbengeschwindigkeit, so ist die nütz-
liche Arbeit in Pferdestärken Nn:
2 Pn Fv

N„ -

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Die nützliche Kolbenkraft pnF hat nun die sämmtlichen Wider-
stände zur Bewegung des Zuges zu überwinden, also die \\ iderstände
der Lokomotive und der Wagen (incl. Tender).
Die Widerstände der Lokomotive zerlegen sich in zwei 1 heile,
nnd zwar in die Reibungswiderstände der Dampfmaschine und in den
Widerstand der Lokomotive als Eisenbahnwagen.
Der erstere, allein hier in Betracht zu ziehende Widerstand, d. i.
der der Dampfmaschinenreibung, mufs noch in Rechnung gestellt werden.
Bezeichnet gr das Giiteverhältnifs der Maschine, d. h. das A eihältnifs
der zur Fortbewegung des ganzen Zuges nutzbaren zur indicirten Ar-
beit, so ist erstere :
9 Pn F v

Ar -

lIr

Der Koeffizient gr ist um so kleiner, je schwächer die Füllung ist,
da die Widerstände nicht in demselben Maafse, als die Füllung ab-
und zunehmen.
Es kommt nun darauf an, für bestimmte Kesselpressungen resp.
bestimmte Admissionspressnngen die mittleren Werthe von pm und
qm zu bestimmen, und dieses kann zweckmäfsig auf Grund von Indikator-
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