Meyer, Georg
Grundzüge des Eisenbahn-Maschinenbaues: Die Lokomotiven — Berlin, 1883

Page: 277
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Allgemeines.

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a) in der Richtung parallel der Bahnaclise ;
b) in horizontaler Richtung rechtwinklig gegen die Bahnachse;
c) in vertikaler Richtung.
An den unter a) und b) genannten Bewegungen nimmt die ganze
Lokomotive Theil, während hei den unter c) genannten Bewegungen
meist nur derjenige Theil der Lokomotive in Betracht kommen kann,
welcher wegen seiner Aufhängung in Federn eine gewisse entsprechende
Beweglichkeit besitzt.
Wie weiter unten nachgewiesen werden wird, würde die Bewegung
des Schwerpunktes der ganzen Lokomotive in der Richtung parallel
der Bahnachse im Beharrungszustande, wo also in gleichen Zeiten eine
gleiche Anzahl von Triebrad - Umdrehungen gemacht wird, als gleich-
förmig angesehen werden können, wenn nicht die hin- und hergehenden
Theile der Dampfmaschine hier Störungen verursachten.
Die mit den Kolben verbundenen Theile sowie die Schieber
nebst den zugehörigen Steuerungstheilen bewegen sich für jede Um-
drehung der Triebräder in horizontaler Richtung ein mal nach vorwärts
und ein mal nach rückwärts. Soll nun der Gesammtschwerpunkt der
Lokomotive seine Lage nicht ändern, so mufs der Rahmen nebst den
mit demselben verbundenen Theilen eine entgegengesetzte Bewegung
annehmen. Diese Rahmenbewegung wird mit dem Namen Zucken
oder Rücken bezeichnet.
Eine unregelmäfsige Bewegung des Schwerpunktes der ganzen
Lokomotive in horizontaler Richtung rechtwinklig gegen die Bahnachse
kann nicht eintreten, da unter normalen Verhältnissen keine Kräfte
vorhanden sind, welche derartige unregelmäfsige Bewegungen bewirken
können.
Die unter c) genannte Störung ist, wie erwähnt, im Wesentlichen
nur für den in den Federn hängenden Theil der Lokomotive in Be-
tracht zu ziehen; man bezeichnet dieselbe mit dem Namen Wogen.
Ferner bestehen die Störungen beim Fortlauf der Lokomotive im
Beharrungszustande in Drehbewegungen, und zwar :
d) um eine vertikale Schwerpunktsachse, das „Schlingern“
oder „Schlängeln“ genannt,
e) um eine horizontale, der Bahn parallele Schwerpunktsachse,
welche „das Wanken“ der Lokomotive hervorbringen,
f) um eine horizontale rechtwinklig zur Bahnachse liegende
Schwerpunktsachse , welche als das „N i c k en“ der Lokomotive be-
zeichnet wird.
An der unter d) angegebenen Drehbewegung, dem Schlingern oder
Schlängeln, welche wegen des vorhandenen Spielraumes zwischen den
Spurkränzen und den Schienen möglich wird, nimmt die ganze Loko-
motive Theil, während bei den unter e) und f) genannten Drehbewegungen,
das Wanken und das Nicken, nur der in Federn hängende Theil zu
berücksichtigen ist
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