Meyer, Georg
Grundzüge des Eisenbahn-Maschinenbaues: Die Lokomotiven — Berlin, 1883

Page: 326
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/54-1565-1/0335
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
Diu G osammtanordmmg der Lokomotive.

826

Kapitel 8.
Die Gesammtanordnung der Lokomotive.
S Ul. Alh gemeines. Die Gesammtanordnung der Lokomotive ist
eine sein* verschiedene; sie wird bedingt einerseits durch die ver-
schiedene Anordnung einzelner Theile der Lokomotive, andererseits
durch den Betriebszweck, welchem die Lokomotive dienen soll.
Bezüglich des Betriebszweckes sind , wie bereits in §§ 4 und 5
(S. 6 und 7) erwähnt, die Lokomotiven zu unterscheiden in solche,
welche den Zugdienst, und solche, welche den Rangirdienst zu ver-
richten haben.
Beim Zugdienst kommt es dann wieder auf die Terrainbeschaff en-
lieit der Bahn, für welche die Lokomotive bestimmt ist, und darauf
an, ob die Lokomotive langsamer oder rascher fahrende Züge führen soll.
Hieraus ergeben sich in Bezug auf die Dienstleistungen folgende
Hauptarten von Lokomotiven:
A) Lokomotiven f ii r den Zugdiens t.
a) Lokomotiven für Flachland- und Hügelland-Bahnen.
1) Maschinen für Schnell- und Personenzüge,
2) „ „ gemischte Züge,
3) „ „ Güterzüge.
b) Lokomotiven für Gebirgsbahnen.
B) Lokomotiven für den Rangirdienst.
Die unter A a) 1 bis 3 genannten Arten von Lokomotiven unter-
scheiden sich wesentlich dadurch von einander, dafs bei den ersteren
die Konstruktion mit Rücksicht auf eine hohe Geschwindigkeit gewählt
werden mufs, während bei den letzteren die Zugkraft möglichst grofs
sein mufs und die Stabilitätsrücksichten mehr in den Hintergrund
treten.
Eine grofse Zugkraft bedingt aber ein grofses auf den Triebrädern
ruhendes Gewicht, und sind deshalb bei den Güterzugmaschinen immer
sämmtliche Achsen gekuppelt.
Das eben von den Güterzugmaschinen Gesagte gilt auch für Ge-
birgsbahnmaschinen.
Der Rangir- oder Verschiebedienst auf den Stationen wird meist
durch Lokomotiven ausgeführt, und dienen hierzu entweder dienstthuende
Zugmaschinen oder ältere für den Zugdienst nicht mehr brauchbare
oder besonders für Rangirzwecke bestimmte Lokomotiven. Hier kommen
nur die für Rangirzwecke konstruirten Lokomotiven in Betracht.
Da die Anforderungen für Zug- und Rangir-Lokomotiven ver-
schieden sind, so ist auch demgemäfs die Konstruktion selbst für
beide ungleich.
Für Rangirlokomotiven werden gegenüber den für den Zugdienst
bestimmten Lokomotiven folgende Anforderungen irestellt:
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list