Guillery, Carl
Handbuch über Triebwagen für Eisenbahnen — München & Berlin, 1908

Page: 10
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I. Allgemeines

1. Bestimmung des Begriffs „Triebwagen“.
Unter einem Eisenbahntriebwagen im Sinne der Eisen-
bahn-Bau- und -Betriebsordnung, oder einem Eisenbahnmotor-
wagen nach dem heute noch allgemeineren, wenn auch vielleicht
weniger richtigen Sprachgebrauch, versteht man einen auf Schienen
laufenden, zur Aufnahme von Personen oder Gütern eingerichteten
Wagen, der selbstbeweglich ist, indem er die zu seiner Fortbewe-
gung dienende Kraftquelle in sich trägt. Ein Eisenbahntrieb-
wagen vereinigt also in sich eine Lokomotive und einen Wagen.
Elektrische Triebwagen mit Stromzuführung von einer äußeren
Leitung gehören nicht hierher. In der Regel dienen die Eisenbahn-
triebwagen lediglich zur Beförderung von Personen, Reisegepäck
und Postsachen, in selteneren Fällen auch zur Güterbeförderung.
2. Bauart der Triebwagen.
Die Eisenbahntriebwagen sind einzuteilen:
1. nach ihrer Größe, unter Berücksichtigung der Tragfähig-
keit des Oberbaus und der Krümmungsverhältnisse der Strecke,
in zwei-, drei-, vier- und mehrachsige. Mehr als vier, und zwar
sowohl fünf als sechs Achsen sind nur in vereinzelten Fällen an-
gewendet worden;
2. nach der Kraftleistung und wieder mit Rücksicht auf
die Tragfähigkeit des Oberbaus in Wagen mit freier Treibachse
und in zwei- oder vierfach, in einem Falle sogar sechsfach ge-
kuppelte Wagen;
3. nach der Anzahl und der Aufstellung der Zylinder.
Bei Dampfwagen werden in der Regel zwei, zuweilen auch vier,
Guillery, Handbuch über Triebwagen. 1
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