Dietz, Alexander
Frankfurter Handelsgeschichte / von Alexander Dietz (Dritter Band) — Frankfurt am Main, 1921

Page: 114
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auf der Brücke 70 Sack Lumpen abgenommen und dem Jung zugestellt. Im
Jahre 1724 brachten die Zunnerschen Erben die zu Hofheim am Taunus gelegene
Papiermühle an sich und erlangten zugleich vom Kurfürsten von Mainz und vom
Grafen von Hanau Priviligien auf das Lumpensammeln in einem großen Gebiet.
Auf Verlangen der Bürgerrepräsentation wurde in Frankfurt dieses Recht 1768
öffentlich ausgeschrieben, wobei während 50 Jahren mit kurzer Unterbrechung
der Nestler Johann Philipp Seyboth, ein Sohn des Daniel, und sein Sohn, der
Sachsenhäuser Gastwirt Joh. Christof Seyboth, Höchstbietende'blieben. Das Pacht-
geld steigerte sich binnen 30 Jahren von 250 fl. bis auf 956 fl., ging aber bis 1803
wieder auf 320 fl. zurück.
Die Oberurseler Papiermühle besteht noch heute. Von den Zunnerschen Erben
ging sie gegen 1724 auf ihren Konkurrenten Reinhard Eustachius Möller über.
Auch der Buch- und Landkartenhändler Johann Christian Jaeger betrieb seit 1777
die jetzt Fues’sche Papiermühle bei Hanau, wurde aber mit seiner Bitte,.hier wenigstens
eine Niederlage von außerhalb erkauften Lumpen halten zu dürfen, abgewiesen.
Was den eigenen Papierhandel der hiesigen Kaufmannschaft betrifft, so ist
er im Vergleich zu anderen Städten, wie Straßburg, von geringer Bedeutung ge-
wesen. Als erste Händler sind um 1530 Georg Crafft, welcher vermutlich der
ständige Vertreter der Brechter in Straßburg war, seit 1548 Kilian Ziegler und seit
1595 Michael Eißner zu nennen, welche wir bereits kennen. Die beiden letzteren
waren bedeutend. In der Zeit von 1680—1750 waren es Ernst Friedrich Engel
und sein Sohn Kaspar, Johann Jakob Haag und sein Sohn Paul, Wilhelm Friedrich
Jakobi aus Herborn, Johann Jakob Köhler, um 1770 J. Buttmann am Fahrtor,
F. C. Metz hinter dem Römer, Pilgram unter der neuen Kräm und als der bedeutendste
der Papier-, Landkarten- und Buchhändler Johann Wilhelm Abraham Jaeger auf
dem Pfarreisen (Domplatz) und sein Sohn Johann Christian Jaeger.
IV.
Die Zeit von 1632—1680.
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