Dietz, Alexander
Frankfurter Handelsgeschichte / von Alexander Dietz (Dritter Band) — Frankfurt am Main, 1921

Page: 146
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Kaisers, worin er sich beschwert, daß dem Ragoczi das Prädikat Prinz gegeben
worden sei. Vielleicht ist dieser Kalender identisch mit dem 1732 genannten
Genealogischen Sackkalender.
4. Unter Überwindung mancher Schwierigkeiten gab der unternehmende Buch-
händler Franz Varrentrapp 1734 den ersten Frankfurter S t aa t s kal e n d e r
heraus, welcher bis 1866 erschien.
5. Diesem folgte, ebenfalls bei Varrentrapp, seit 1743 der Genealogische
und Schematische Kalender, welcher seit 1811 Allgemeines Genealogisches
und Staatshandbuch genannt wurde, ein wichtiges, immer umfangreicher werdendes
Werk von allgemeiner Bedeutung.
6. Seit dem Jahre 1773 schließt sich dann die Reihe der Frankfurter Hand-
lungsadreßkalender an.

V.
Frankfurter Platzbuchhandel
und Buchhändlermesse 1680—1730.
§ 29. Allgemeines.
Wie Goldfriedrich in seinem oft erwähnten Werk, unserer Hauptquelle, mit
Recht hervorhebt, ist die Buchhandelsgeschichte ein Spiegelbild der politischen
und geistigen Entwickelung Deutschlands. Nur von diesem allgemeinen Gesichts-
punkte aus ist die Blüte und der Verfall der Frankfurter Büchermesse und des
Platzbuchhandels richtig zu verstehen. Insbesondere darf den Übergriffen der
kaiserlich-katholischen Bücherkommission nicht die ausschlaggebende Bedeutung
beigelegt werden, wie es bisher regelmäßig geschehen ist. Als sich Deutschland
etwa ein Menschenalter nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges aus seinem
Erschöpfungszustand zu.erholen begann, geschah dies auf ganz anderen Grund-
lagen wie vorher. Wie in Frankreich und England, begann sich auch bei uns eine
deutschnationale Richtung anzubahnen. Die Führerschaft in politischer und
literarischer Hinsicht lag aber nicht mehr im Süden und Westen des Reiches,
sondern ging auf den protestantischen Norden über. Damit war auch das Schick-
sal der Frankfurter Internationalen Büchermesse besiegelt. Ihre Herrschaft hatte
auf drei Faktoren, dem literarischen Übergewicht oder wenigstens Gleichgewicht
zwischen Süden und Norden, der von den Ausländern begehrten lateinischen
internationalen Gelehrtenliteratur und dem Meßverkehr als der typischen Geschäfts-
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