Dietz, Alexander ; Dietz, Alexander
Frankfurter Handelsgeschichte / von Alexander Dietz (4.1) — Frankfurt am Main, 1925

Page: 18
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ZWEITER ABSCHNITT.
FRIEDENSZEIT VON 1650-1672.
§ 6. Allgemeine Lage.
Nach dem Dreißigjährigen Kriege befand sich das verwüstete, entvölkerte und
verarmte Deutschland in einem solchen Zustande der Erschöpfung, daß mehrere
Jahrzehnte zur Sammlung neuer Kräfte erforderlich waren. Auch in den anderen
europäischen Staaten hatten Volks Wohlfahrt und Handel bei den absolutistischen
und zentralistischen Bestrebungen der Monarchen schwer unter Bürgerkriegen zu
leiden gehabt. Als Folgeerscheinung mag die 1653 in Holland einsetzende schwere
Handels- und Geldkrisis zu erklären sein, welche auf Jahre den internationalen Handel
lähmte, den Zusammenbruch vieler angesehener Geschäftshäuser herbeiführte und
den Wohlstand zahlreicher Familien untergrub. Zu diesen gehörte bekanntlich
der berühmte Maler Rembrandt.
In Deutschland fehlte es namentlich auf dem flachen Lande und in den kleineren
Städten an Menschen und viele verwüstete Dörfer erstanden aus diesem Grunde
überhaupt nicht mehr. Gegen früher beschränkte sich Größe und Fruchtertrag
der bestellten Felder auf einen Bruchteil und der Viehstand war ein so geringer,
daß die hiesigen Metzger ihre Schlachtochsen in Ungarn, der Wallachei und Polen
holen mußten, um die Stadt, namentlich in Meß- und Krönungszeiten, mit dem
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