Dietz, Alexander ; Dietz, Alexander
Frankfurter Handelsgeschichte / von Alexander Dietz (4.1) — Frankfurt am Main, 1925

Page: 47
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DRITTER ABSCHNITT.
EINZELNE HANDELSZWEIGE
1632—1690.
§ 14. Der Schlachtvieh- und Fleischhandel.
ährend des Dreißigjährigen Krieges war die schon vorher bestehende
Fleischnot immer schlimmer geworden. Im Jahre 1622 klagen die
Metzger, daß durch das streifende Kriegsvolk, sonderlich die Kroaten,
Klein- und Großvieh geraubt und hinweggetrieben würde, und daß
sie bei ihren Einkäufen Leib und Leben in die Schanze schlagen
müßten. Der Hofmann Pickes auf dem Rebstock wurde durch rebellierende Polacken
etwa 1642 ganz ausgeplündert und ihm und seinem Bruder, dem Metzger Jeremias
Pickes, auf einmal 900 feiste Hämmel weggenommen, wovon sie nicht eine Klaue
wiedererlang-ten. Im Jahre 1648 waren weit und breit keine Ochsen mehr zu finden,
so daß solche über 200 und mehr Meilen weit, aus Ungarn, der Wallachei und
sonsten geholt werden mußten. In Nürnberg war kein Markt gewesen und in Polen
keine Ochsen noch Schweinsvieh zu bekommen. Nach Beendigung des Krieges trat
keine Besserung ein. Der durch ihn herbeigeführte starke Rückgang der Viehzucht
in den entvölkerten Landen, Seuchen und Mangel an Futter wirkten bei diesem
schweren Mißstand zusammen. Die lautesten Klagen führten aber die Metzger über
den massenweisen Aufkauf und das Wegtreiben des Viehes durch fremde Händler
nach Frankreich, Luxemburg, dem Niederrhein, Belgien und Holland. Im August
1653 stellte das Metzgerhandwerk dem Rat vor, daß das gute und fette Vieh in
der Nähe und auf dem Lande herum von fremden Personen allenthalben in hohem
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