Dietz, Alexander ; Dietz, Alexander
Frankfurter Handelsgeschichte / von Alexander Dietz (4.1) — Frankfurt am Main, 1925

Page: 129
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/57-1505-4-1/0146
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile



I
Ijr
II »
||

M
ß 1 M

VIERTER ABSCHNITT.
FRANKFURTS AUFSCHWUNG
IM ZEITALTER DER
DEUTSCH - FRANZÖSISCHEN REICHSKRIEGE
1674—1714.
§ 26. Allgemeines.
Zum zweiten Male sollte fremdes Unglück der Reichsstadt Frankfurt a. M. zu
großem Glück gereichen. Wie vor einem Jahrhundert die Religionskriege der
Spanier in den belgischen Niederlanden, so haben auch die grausam geführten Er-
oberungszüge der Franzosen gegen das Deutsche Reich und die damit verknüpften
Handelssperren der nahegelegenen Handelsstadt am Main neben vereinzelten Ver-
lusten ganz erhebliche dauernde Vorteile gebracht.
Vom linken Rheiuufer kamen sowohl aus den bedrohten und verwüsteten kur-
pfälzischen Landen wie auch aus der französisch gewordenen Hauptstadt des
Elsaß, aus Straßburg, zahlreiche, meist wohlhabende Kaufleute und Handwerker,
welche sich hier niederließen und zu dem Aufschwung ihrer neuen Heimatstadt
beitrugen. Zu diesen gesellten sich ein Dutzend Metzer Kaufleute, welche die
Unterdrückung des Protestantismus durch die Aufhebung des Toleranzediktes von
Nantes im Jahre 1685 zur Auswanderung genötigt hatte. Aus dem übrigen
Frankreich ließen sich dagegen auffallend wenig Protestanten hier nieder. An
ihrer Spitze stehen die Modewarenhändler Peter Gontard aus Grenoble und
Peter Brevillier aus Lyon. Mit Ingrimm mußte der Sonnenkönig zusehen, wie
zahlreiche protestantische Kaufleute und Handwerker Frankreich verließen und
sich zum Teil nach Deutschland wandten, wo sie namentlich in Kassel, Magde-
burg und Berlin von den Landesfürsten mit offenen Armen aufgenommen wurden
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list