Dietz, Alexander ; Dietz, Alexander
Frankfurter Handelsgeschichte / von Alexander Dietz (4.2) — Frankfurt am Main, 1925

Page: 621
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Rechtschaffenheit, Hilfsbereitschaft und
Einfachheit in seltenem Maße alle repu-
blikanischen Bürgertugenden in sich ver-
einigt. Wenn sie bisher nicht die Wür-
digung und Anerkennung in der Öffent-
lichkeit gefunden haben, welche sie ver-
dienten, so mag dies teilweise daran liegen,
daß laut ihres ausdrücklichen letztwilligen
Verbotes keinem Fremden, wer der auch
sei, die vorhandenen Handelsbücher und
Bilanzen zur Einsicht vorgelegt werden
dürfen. Infolgedessen hat es dem Verfasser
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dieses Buches Mühe genug gekostet, wenig-
stens die folgenden Mitteilungen zusammen-
zubringen.
Gründer des Geschäfts sind nicht die
Gebrüder Bethmann, sondern ihr Onkel
Jakob Adami, ein Sohn des vermögen-
den Weinschenken Karl Adami im Türken-
schuß auf der Zeil gewesen. Im Jahre 1700,
als er sich mit Katharina Thielen, der
ältesten Tochter des Gasthalters Gerhard Thielen zum schwarzen Bock auf dem
Paradeplatz verheiratete, begann er ein Geschäft in Spezerei- und Farbwaren,
welches sich so gut entwickelte, daß er damit allmählich auch Bankgeschäfte
verbinden konnte. Einige Jahre stand er mit Johann Nikolaus Olenschlager in
Handelsgesellschaft.
Mit der Familie Bethmann trat er dadurch in Verbindung, daß seine Schwägerin
Elisabethe Thielen seit 1715 mit dem nassau-idstein’schen Amtmann Simon Moritz
Bethmann verheiratet war. Dessen Familie stammte aus Goslar am Harz*), nicht
aus den Niederlanden, wie früher allgemein angenommen worden ist, und war im
Oktober 1702 mit der Witwe und den folgenden sieben Kindern des kurmainzi-
schen Münzmeisters Konrad Bethmann nach Frankfurt gekommen:
1. Bajthasar Johann, hessen-darmstädtischer Bergrat a. D. und General-
münzwardein des oberrheinischen Kreises, f 1738 kinderlos in Regensburg.
*) Dort wird der Name Bethmann zuerst 1416 mit Heinrich Bethmann erwähnt. Der nachge-
wiesene Stammvater der Familie ist der 1555 verstorbene Kaufmann und Ratsherr Henning Beth-
mann. Wegen des von ihr im Wappen geführten halben Reichsadlers sei darauf hingewiesen, daß
dieser ein Beweis dafür ist daß die Familie zum Stande der schöffenbarfreien Grundbesitzer gehörte,
die sich im Friesengebiet zahlreich erhalten hatten.



Jakob Adami, der Gründer des Bankhauses
f 1745.
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