Hagen, Wilhelm
10 Jahre Nachkriegskinder von Wilhelm Hagen ; Hans Thomae ; Anna Ronge — München, 1962

Page: 117
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(rd. 50%) werden als sozial bedürftig bezeichnet; rd. 1/3(11) bezieht ein Ein-
kommen von DM 300,— und darunter (gegenüber einem Durchschnitt von
8,7% im Gesamtmaterial). Unter den Vätern sind 4 Arbeitslose oder Rentner,
d. s. fast 13%, während diese Kategorie insgesamt nur 2,5% ausmacht. Die
meisten Mütter wurden als Hausfrauen registriert, nur 10 von ihnen sind er-
werbstätig. Die Wohnverhältnisse sind z. T. völlig unzureichend ; im Durch-
schnitt kommen 2,1 Personen auf einen Raum (mit Küche); in 7 Fällen haben
7 Personen 3, in 2 Fällen 2 Räume zur Verfügung, dreimal bewohnen 6 Per-
sonen 2 Räume. Einmal waren 9 Personen in 3 Räumen mit 5 Betten unterge-
bracht. In mehreren Haushalten wurden für 7 Personen 4 Betten o. ä. ange-
geben. Die Personenzahl je Bett beträgt 1,4. Die Tatsache, daß sich die großen,
„zusammengehaltenen“ Familien in den USt 4 und 6 konzentrieren, läßt an
die Möglichkeit denken, daß hier Familien katholischer Konfession auch unter
schwierigen äußeren Bedingungen zusammengehalten werden, die in anderen
Gebieten längst aufgelöst wären und vermutlich z. T. gar nicht mehr zur Unter-
suchung kämen.
Die auffallende „rückläufige“ Entwicklung — bei hoher Personenzahl Zu-
nahme der zusammengehaltenen, Abnahme der geschlossenen Familien — ver-
anlaßte uns zu einer genaueren Betrachtung dieser 31 Haushalte. Für einen
beträchtlichen Teil dieser Haushalte muß soziale Bedürftigkeit als wesentliche
Ursache der Störung eines geordneten Zusammenlebens angenommen werden.

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