Hagen, Wilhelm
10 Jahre Nachkriegskinder von Wilhelm Hagen ; Hans Thomae ; Anna Ronge — München, 1962

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Personen; entsprechend im Stadtkreis ein relativ hoher Betrag an Lohn und
Gehalt sowohl je Beschäftigten als auch je Einwohner, was auf einen geringen
Anteil an Hilfsbedürftigen in weitestem Sinne schließen läßt; auffallend niedrige
Arbeitslosenquote, unauffälliger Fürsorgeaufwand je Einwohner. Diese Merk-
male, die für unseren Personen- wie für den Stadtkreis allgemein gültig sind,
kennzeichnen einen allgemeinen Wohlstand und Aufstiegsmöglichkeiten, die
den meisten Einwohnern offenstehen. Vergleicht man damit die Situation in
Bonn, so sprechen zwar die Quoten für die hohen Einkommensgruppen, für die
besonders günstige soziale Lage und den sozialen Aufstieg auch für günstige
wirtschaftliche Verhältnisse, an denen aber offensichtlich ein nennenswerter Teil
der Bevölkerung und auch unseres Personenkreises nicht teilhat. 64 unserer
Familien sind als sozial bedürftig, 21 als Fürsorgeempfänger registiert, womit
Bonn weit an der Spitze aller USt steht, und für den Stadtkreis ist der Einkom-
mensbetrag je Einwohner mit DM28,68 der weitaus niedrigste, der Fürsorge-
aufwand je Einwohner mit DM23,38 der höchste der hier erfaßten Kreise.'jn
unserem Personenkreis sowie im Stadtkreis lassen alle Merkmale große soziale
und wirtschaftliche Gegensätze erkennen, ganz im Gegensatz zu Stuttgart mit
seinem durchaus günstigen sozio-ökonomischen Klima. Der Landkreis Greven-
broich bietet wieder ein anderes ‘ Bild: wenig hohe Einkommen, relativ wenig
Familien in auffallend günstiger Lage und ein relativ niedriger Einkommens-
betrag je Einwohner einerseits, auf der anderen Seite keine Anzeichen einer
besonderen Notlage1): durchschnittliche soziale Bedürftigkeit, niedrige Arbeits-
losenquote und unauffälliger Fürsorgeaufwand je Einwohner. Soweit Verwert-
bare Angaben von den übrigen USt (1, 2, 5) vorliegen — Remscheid läßt keine
Beurteilung der Einkommensverhältnisse, Nürnberg keine Beurteilung der
sozialen Lage zu —, weisen sie keine besonderen Auffälligkeiten auf. Zu erwäh-
nen wäre noch die sehr niedrige Quote an bedürftigen Familien in Remscheid,
der im Stadtkreis ein besonders hoher Einkommensbetrag je Einwohner ent-
spricht.
Die Untersuchung der sozialen und wirtschaftlichen Situation der in diese
Untersuchung einbezogenen Familien kann mit der Feststellung abgeschlossen
werden, daß es sich bei ihnen um in die spezifischen Strukturen ihrer Heimat-
kreise integrierte Gruppen handelt, die als solche an der wirtschaftlichen Auf-
wärtsbewegung dieser Jahre teilnahmen. Entsprechend der besonders günstigen
sozio-ökonomischen Situation von Stuttgart zeichnet sich auch die Gruppe der
hier untersuchten Familien durch gesunde und entwicklungsfähige sozio-öko-
nomische Verhältnisse aus.

i) Vgl. den Spezialbericht in der Einführung, in dem darauf hingewiesen wird, daß fast jede
Probandenfamilie Uber ein Stück Land verfügt., auf dem Gemüse und Kartoffeln gezogen werden.

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