Hagen, Wilhelm
10 Jahre Nachkriegskinder von Wilhelm Hagen ; Hans Thomae ; Anna Ronge — München, 1962

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male erscheinen in Gruppe b besonders ausgeprägt: Die Familie ist oft aufge-
löst, oft vaterlos oder hat einen arbeitsunfähigen Vater; 1-Kind-Haushalte
überwiegen; das Einkommen der Mutter ist gering, die Mutter jedoch häufig
in entwickelter Berufsstellung. Die drei übrigen Gruppen liegen dem allgemei-
nen Durchschnitt erheblich näher, obwohl sie sich in der Umweltgestaltung
deutlich voneinander unterscheiden. Doch auch hier dürften die immerhin noch
14—20% Vaterlosen Familien für Besonderheiten, vor allem was Einkommen
und Kinderzahl betrifft, verantwortlich sein. Unter fursorgerischen Gesichts-
punkten wäre das Augenmerk daher in erster Linie auf die vaterlosen Familien
der Gruppen b—d zu richten.
Von einigen Ausnahmen abgesehen, kann für die Familien mit erwerbstätigen
Müttern unter Berücksichtigung der hier erfaßten Umweltfaktoren festgestellt
werden, daß die Frauen entweder aus echter Notlage arbeiten oder dazu bei-
tragen wollen, der Familie zu einem angemessenen Lebensstandard zu verhel-
fen. Zur Befriedigung von „Luxusbedürfnissen“ dürfte das Einkommen auch
bei Mitarbeit der Frau nur in den seltensten Fällen ausreichen. Auch das stabile
soziale und wirtschaftliche Fundament eines großen Teils der Haushalte der
Gruppe a mit relativ hohen Quoten in den oberen Einkommensklassen und in
den gelernten Berufen bei Vätern und Müttern darf nicht zu Fehlschlüssen ver-
leiten ; auch diese Gruppe liegt in der höchsten Einkommensklasse noch unter
dem Durchschnitt des Gesamtmaterials. Eine andere, hier nicht zu klärende
Frage ist es, wie bereits erwähnt, ob und wie diese mütterliche außerhäusliche
Erwerbstätigkeit mit den Forderungen in Einklang zu bringen ist, die an eine
Gestaltung des Familienlebens als Grundlage der optimalen Entwicklung der
kindlichen Persönlichkeit zu stellen sind.

Zusammenfassung
Von den 1952 erstmals untersuchten Schulanfängern wurden 1955 rd. 85%
erfaßt. An dem Rückgang von 15% sind die einzelnen USt unterschiedlich be-
teiligt.
Während in der Berichtszeit die Haushalte mit 1—2 Kindern anteilsmäßig
leicht zurlickgingen, stiegen die Haushalte mit 3—5 Kindern leicht an. Der
Anteil an Haushalten mit 6 und mehr Kindern blieb konstant. Entsprechend
der Zunahme von Haushalten mit größerer Kinderzahl zeigt sich auch eine
leichte Tendenz zur Vergrößerung der Haushalte nach der Personenzahl. Im
allgemeinen wird die Haushaltsgröße vorwiegend durch die Zahl der engeren
Familienmitglieder, also Eltern und Kinder, bestimmt, weniger von weiteren
Verwandten oder fremden Personen.

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