Spranger, Eduard
Das Gesetz der ungewollten Nebenwirkungen in der Erziehung — Heidelberg, 1965

Page: 39
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hört nicht hierher, und es ist nur flüchtig als An-
hang erwähnt worden.
Y. DAS GESETZ UND DIE GRUNDSTILE
DER ERZIEHUNG
Die Reihe der Beispiele für die Geltung des
Gesetzes, daß bei allem sorgsam überlegten Han-
deln doch ungewollte Nebenwirkungen eintreten,
könnte bis zu ganz konkreten Maßnahmen der Er-
ziehung fortgesetzt werden. Aber eine solche „Ka-
suistik“ würde in Situationen hineinführen, deren
vollständige Darstellung in Worten nur schwer
gelänge. Es empfiehlt sich daher, bei sehr umfas-
senden Planungen zu bleiben, wie ich sie in einem
früheren Aufsatz unter dem Titel: „Grundstile der
Erziehung“ erörtert habe1. An diese Gedanken-
gänge knüpfe ich hier wieder an; wie man sehen
wird: mit leichten Abwandlungen und unter Zu-
spitzung auf den Nachweis, daß jeder Grundstil
unvermeidlich seine Nachteile hat, d. h. zu Er-
scheinungen führt, die der Erzieher nicht gewollt
haben kann, weil sie dem Geist der Erziehung ge-
fährlich werden können. Bei der wiederum skiz-
zenhaften Darstellung soll nach Möglichkeit kein
inhaltlich schon festgelegtes Bildungsideal voraus-
gesetzt werden. Es gibt Erziehungsresultate, die
unter allen Umständen bedenklich sind. Natürlich
können diese „Rüdestände“ (Herbart) in dem
einen System harmloser sein als in einem anderen.
1 „Pädagogische Perspektiven“, Heidelberg, 6. Auflage
1960, S. 93—121.

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