Spranger, Eduard
Das Gesetz der ungewollten Nebenwirkungen in der Erziehung — Heidelberg, 1965

Page: 105
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schenden Weltanschauung herausgekommen ist,
das sehen wir am Zustande weiter Kreise der ge-
genwärtigen Jugend. Wir haben ihrem Dasein kei-
nen wertvollen Inhalt zu geben vermocht. Wie sie
ihre „Freizeit“ versteht, zeugt deutlich genug von
dem, was i n ihr ist. Betrachten wir dies Bild mit
Aufmerksamkeit und mit gewissenhafter Selbst-
prüfung, so muß es auf jeden von uns erweckend
zurückwirken.

IX. GRENZGEDANKEN
Jedes Gedankenganze hat ein Fundament, auf
dem es steht, oder eine Achse, um die es sich dreht.
In unserem Falle war es die Voraussetzung, daß es
verpflichtende Normen gibt und daß die Ausein-
andersetzung mit ihnen ihr Zentrum in der Intimi-
tät des Gewissens hat. Die inhaltliche Bestimmt-
heit der maßgebenden Normen aber konnte nicht
entwickelt werden, so wenig man, wenn man einen
Maßstab setzt, alles vorführen kann, was an ihm
im Lauf der Zeiten gemessen wird.
Die hier geübte Beschränkung bedeutet aber
nicht, daß es keine Moralwissenschaft, keine Ethik,
keine Kritik juristischer Normen geben könne. „Es
gibt sie“, nämlich in dem Sinne, daß ihre Geltung
an sich begründet ist. Es gibt sie außerdem tatsäch-
lich in Gestalt hervorragender philosophischer
Werke, wie die von Max Seheler und Nicolai Hart-
mann. Hingegen: die Einzel Wissenschaften des
Geistes haben sich im 20. Jahrhundert wenig um

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