Klafki, Wolfgang
Das pädagogische Problem des Elementaren und die Theorie der kategorialen Bildung — Weinheim/​bergstr., 1964

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14. KAPITEL

GRUNDFORMEN DES FUNDAMENTALEN
UND ELEMENTAREN
Das Kapitel über „Kategoriale Anschauung und Begriff"
mündete in die gleiche Problemstellung aus, die sich uns schon
früher aufgedrängt hatte: Die Unterschiedlichkeit der Bildungs-
inhalte verschiedener Bereiche und verschiedener Problem-
ebenen zwingt dazu, verschiedene Weisen des Elementaren und
des Fundamentalen zu unterscheiden. Alle Versuche, das
Pädagogisch-Elementare im Sinne eines einzigen Prinzips
deuten zu wollen, stießen früher oder später an ihre Grenze:
Fricks „typisches Prinzip" nicht weniger als die Deutung des
Elementaren als des Klassischen oder Wagenscheins Prinzip
des Exemplarischen. Wir versuchen nun abschließend, Grund-
formen des Fundamentalen und des Elementaren kurz zu cha-
rakterisieren. Dabei können wir bisweilen auf bereits Gesagtes
zurückgreifen und dürfen uns zum Teil auf eine knappe Zusam-
menfassung und begriffliche Präzisierung früherer Ausführun-
gen beschränken.
Die folgende Darstellung enthält sieben Grundformen des
Fundamentalen und Elementaren; eine achte, die des Symboli-
schen, ist inzwischen von J. Derbolav und besonders von
H. Scheuerl herausgearbeitet worden. 54t)
Es zeigte sich bereits früher, daß es nicht möglich ist,
jede dieser Formen jeweils streng einer einzigen der von uns
unterschiedenen Problemebenen zuzuordnen. Diese Erkenntnis
ist für das folgende festzuhalten.
Die Schwierigkeiten, denen der Versuch begegnet, verschie-
dene Formen des Fundamentalen und des Elementaren klar von-
einander abzugrenzen, beginnen schon im Bereich der Sprache.
Es zeigt sich hier nämlich ein eigentümlicher Sachverhalt:
Die Begriffe, deren man sich zur Bezeichnung von Formen des
Fundamentalen oder des Elementaren bedient, haben einen sehr
verschiedenen Bedeutungsumfang, je nachdem, ob man sie in
substantivischer oder adjektivischer Form gebraucht. In der
gehobenen Umgangssprache sind fast nur die adjektivischen
Formen bekannt, und diese sind meist im Vergleich zu ihrer

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