Derbolav, Josef [Editor]
Psychologie und Pädagogik: neue Forschungen und Ergebnisse — Heidelberg, 1959

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VORWORT

Zwischen Psychologie und Pädagogik besteht seit jeher eine
enge thematische Verbundenheit. Mit zunehmender Verselbständi-
gung beider Disziplinen ist ihr Verhältnis mehr und mehr zum
Problem geworden. Die Sonderentwicklung, die beide Wissenschaf-
ten genommen haben, das Bestreben nach Vertiefung, Aspekterwei-
terung und Neubesinnung im eigenen Wissensdiaflsraum haben
ihre alte Partnerschaft zwar in manchen Punkten gefördert, aber
auch mit Mißverständnissen, Vorbehalten und falschen Frontstel-
lungen verschiedener Art belastet. Es liegt daher nur im wohlver-
standenen Interesse beider Wissenschaften, der Psychologie und der
Pädagogik, immer wieder ins Gespräch miteinander zu treten, ihr
Beziehungsverhältnis fortschreitend abzuklären und über die Voraus-
setzungen einer möglichst fruchtbaren Kooperation nachzudenken.
Die Abteilung für Pädagogische Psychologie an der Hochschule
für Internationale Pädagogische Forschung sah es deshalb für ihre
Pflicht an, die Frage nach dem rechten Verhältnis von Psychologie
und Pädagogik in den Mittelpunkt einer Tagung zu stellen.
So kam es zu der internen Arbeitstagung an der Hochschule für
Internationale Pädagogische Forschung vom 27. bis 29. Oktober
1958 für alle Fachkollegen, die lehrend und forschend in der Päd-
agogischen Psychologie und ihren Nachbargebieten tätig sind. Der
Kreis der über 100 Teilnehmer setzte sich u. a. zusammen aus
Psychologen und Erziehungswissenschaftlern der Universitäten und
der Pädagogischen Hochschulen. Die in diesem Band enthaltenen
Beiträge von B. Inhelder, M. ].Langeveld, R.Meili und H. Thomas
gehen auf Vorträge zurück, die auf dieser Tagung gehalten wurden.
Kurz darauf hat das Institut für Erziehungswissenschaft der
Universität Bonn in seiner November-Tagung 1958 diese Thematik
ebenfalls diskutiert, unter Einbeziehung des Verhältnisses der Päd-
agogik zur Biologie und Soziologie. Es ging dabei um eine wissen-
schaftstheoretische Ortsbestimmung von Biologie, Psychologie und
Soziologie im Rahmen einer „Pädagogischen Anthropologie“, um
die Klärung ihres Beitrags für die empirische Erziehungsforschung
und ihrer Bedeutung für die Motivation des pädagogischen Han-
delns. Von dieser Tagung stammen die im vorliegenden Band ent-
haltenen Beiträge von J. Derbolav und H. Roth.
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