Schaller, Klaus
Die Krise der humanistischen Pädagogik und der kirchliche Unterricht eine pädagogische Skizze: eine pädagogische Skizze — Heidelberg, 1961

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VORWORT

Unter dem Schlagwort „Erziehung entscheidet unser
Schicksal“ hat man versucht, der Menschheit unserer
Tage wieder neu die Dringlichkeit der Erziehung zum
Bewußtsein zu bringen, die man weithin unter dem An-
drang anderer Zeitfragen vergessen hatte. Die Folge
dieser Neubesinnung auf die Bedeutsamkeit der Erzie-
hung ist eine Fülle von Veröffentlichungen zu diesem
Thema, selbständiger Schriften und Zeitschriftenauf-
sätze, die auch dem an seiner Fachliteratur interessierten
Erzieher nicht mehr überschaubar ist. Hier handelt es
sich zumeist um Beiträge, deren Autoren sich außer-
pädagogischen Erziehungsabsichten willig anschließen und
diese propagieren, oder um ein Bündel ephemerer Er-
ziehungsvorschläge, die freilich mit dem Pathos grund-
sätzlicher Erörterungen vorgetragen werden. Da ver-
sucht man den Kindergärtnerinnen und den Eltern, den
Lehrern und den Jugendpflegern Handreichungen und
Handhaben zu bieten, ohne ihnen zu sagen, worum es
in allem Erziehen zu gehen hat, was Erziehung eigent-
lich ist. Selten nur findet man wirklich eine pädago-
gische Überlegung unter der Vielzahl dieser Schriften.
Was bleibt dem unbefangenen, der Wegweisung so be-
dürftigen Leser hier zu tun? Er wird sich nur kritiklos
einer der Meinungen anschließen können, die ihm ge-
rade zunächst oder vielleicht sehr lautstark begegnet, er
wird sich aus der Vielzahl der Ansichten die Quersumme
errechnen und dieser folgen.
In unserer Zeit, in der die Erziehung wie kaum je zu-
vor in Gefahr ist, Funktion der Mächte und Verbände

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