Spiro, Ernst
Ueber die Wirtschaftlichkeit der zur Zeit gebräuchlichsten Hebezeuge in Lokomotiv-Werkstätten der Eisenbahn-Verwaltung — Darmstadt, 1914

Page: 16
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/Kf-2956/0017
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
19

III. Ermittlung der Bau- und Betriebskosten der verschiedenen Gattungen.
Die Baukosten der einzelnen Hebezeugarten sind sehr verschieden, je nach der Einzelausbildung
und der Marktlage.
1. Hebeböcke.
Die Betriebskosten setzen sieh zusammen aus den Kosten für Verzinsung, Abschreibung, Unter-
haltung, Bedienung und Strom.
Den Berechnungen in den Uebersichten 3 bis 18 Seite 39—55 liegen folgende Annahmen
zu Grunde:
a) Verzinsung 4% (Satz der preufsischen Eisenbahn-Verwaltung),
b) Abschreibung der Handbetriebe 4%,
c) Unterhaltung der Handbetriebe Va%,
d) Unterhaltung der elektrischen Betriebe 1%,
e) Unterhaltung des elektrischen Hebebock-Antriebes 2%>,
f) Abschreibung für die elektrisch betriebenen Hebewerke und Krane 7,5%,
g) Stundenlohn der Handarbeiter 0,40 M,
h) Stundenlohn der Kranwärter 0,45 M,
i) Durchschnittliche Ausbesserungszeit einer Lokomotive in Werkstätten mit Hebeböcken
40 Tage und in Werkstätten mit Hebekranen 36 Tage, d. h. 9 und 10 malige Besetzung
eines Ausbesserungsstandes im Jahre,
k) Kosten für 1 Kilowattstunde 0,08 M.
Eine Abschreibung von 4% für Hebeböcke wird bei der geringen Inanspruchnahme für aus-
reichend erachtet. Der Abschreibungssatz für die Krane wird später begründet.
Die Angaben der Werkstätten über die Betriebs- und Stromkosten sind sehr verschieden. Bei
dem geringen Einflufs dieser Kosten auf die Vergleiche sind deshalb Durchschnittswerte gewählt. Der
Satz für die Unterhaltungskosten entspricht dem Mittel der erhaltenen Angaben.
Die Ausbesserungsdauer ist in den Werkstätten mit Hebeböcken rd. 10% höher angenommen
worden als in denen mit Hebekranen. In Wirklichkeit ist die Ausbesserungsdauer in den Werkstätten
der preufsisch-hessischen Eisenbahn-Verwaltung so überaus verschieden, dafs es schwer ist, annähernd
richtige Zahlen zu erhalten. Wenn man aber die grofsen Vorteile berücksichtigt, die die Hebekrane
noch neben der Lokomotiv-Hebearbeit bieten, insbesondere beim Herausheben der Kessel, beim Ab-
heben der Führerhausdächer und durch die gröfsere Bewegungsfreiheit der Arbeiter infolge Fortfalls
der Hebeböcke, so ist dieser Unterschied gerechtfertigt. Die 9 und 10 malige Besetzung eines Aus-
besserungsstandes in einem Jahre erfordert im allgemeinen in Anlagen mit Innenschiebebühnen ein
18—20 maliges Heben und Senken, da jede Lokomotive mit Achswechsel ein Mal zum Ausbau und
ein zweites Mal zum Einbau der Achsen gehoben werden mufs. In den Werkstätten ohne Innenschiebe-
bühnen (Trier, Stendal) müssen die fertiggestellten Lokomotiven dann noch zur Ausfahrtsstelle getragen,
also ein drittes Mal gehoben werden. Die zehnmalige Besetzung eines Ausbesserungstandes erfordert
in diesen Werkstätten also 30 maliges Heben und Senken im Jahre. Die Betriebskosten sind stets
für einen nutzbaren Ausbesserungstand einer kleinen, mittleren und grofsen Werkstatt berechnet,
entsprechend 12, 25 und 35 Ständen in einem Schiff bezw. in einer Kranfahrbahn (vergl. Abb. 38 I—VII).
Die Uebersichten 3 und 4 Seite 39—40 enthalten die hiernach ermittelten Bau- und Betriebs-
kosten für Hebeböcke. Die Baukosten der Hebeböcke sind nach der jetzigen Marktlage eingesetzt.
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list