(Zweiter Teil): Kolonial- und Kleinbahnen: Bauliche Ausgestaltung von Bahn und Fahrzeug, Betrieb und Verkehr — Berlin, Leipzig, 1920

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I. Bauliche Ausgestaltung von Bahn und
Fahrzeug.
Linienführung: Auch für Kolonial- und Kleinbahnen
ist grundsätzlich die Linie so zu führen, daß die Jahres-
s'umnie aus den Zinsen der Anlagekosten und den jähr-
lichen Betriebskosten einschließlich der jährlichen Til-
gung«- und Rücklagesätze einen Mindestbetrag ergibt.
Ein starker, bald zu erwartender Verkehr rechtfertigt
also erhöhte Bauaufwendungen. Bei Kolonialbahnen hat
eine überraschende, nicht vorher zu sehende Verkehrsent-
wicklung bisweilen zu vorzeitigen Um- und Ergänzungs-
bauten genötigt, die man vermieden hätte, wenn eine
zutreffende Schätzung der Verkehrsentwicklung möglich
gewesen wäre. Auch das Bestreben, die ersten Klein-
bahnen möglichst billig herzustellen, hat gelegentlich bei
der Linienführung zu Kehlern falscher Sparsamkeit ver-
leitet, die sich durch gesteigerte Betriebskosten alsbald
unliebsam geltend machten. Da bei Kleinbahnen in der
Regel, bei Kolonialbahnen mindestens im Anfänge nur
auf schwachen Verkehr zu rechnen ist, so ist möglichste
Einschränkung der Baukosten, also jede Vermeidung un-
nützen Aufwandes bei sorgfältigster Bauausführung ge-
boten. \
Bei Kolonialbahnen muß unter Umständen durch Ver-
gleichsentwürfe und Rechnung nach dem zu erwartenden
Verkehr untersucht werden, ob es wirtschaftlicher ist, die
Bahn zunächst in schärferen Neigungen und Krümmungen,
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