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Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen: Mittheilungen über Localbahnen insbesondere Schmalspurbahnen — Erster Jahrgang.1882

Page: 10
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10 ÜBER SCHMALSPURBAHNEN FÜR PERSONEN- UND GÜTERVERKEHR.

bis zum Jahre 1878, incl. der Ausgaben für Betriebsmittel, annähernd 120,000 Mark
pro km, von welcher Summe etwa 25,000 Mark auf die Betriebsmittel fallen.
Die ausserordentliche Höhe dieser Summe wird in erster Keihe’ durch die über-
wundenen Terrainschwierigkeiten erklärt, deren Bedeutung aus der Thatsache ermessen
werden kann, dass sich, trotz Anwendung von Curvenradien bis zu 35 m herunter,
zwei Tunnel auf der nur 23 km langen Strecke nicht. haben vermeiden lassen. Ausser
durch die Terrainverhältnisse sind übrigens die Baukosten noch durch den Umstand
stark angewachsen, dass die Umwandlung der ersten für Pferdebetrieb gebauten Bahn
zunächst für Dampfbetrieb mit leichten Maschinen und der spätere Ersatz dieser durch
kräftige Locomotiven mit mehr als 23 Tonnen Gewicht nicht nur eine dreimalige
Erneuerung des Oberbaues, sondern auch erhebliche Correctionen resp. Verlegungen
der Bahntrace, sowie mehrfache Aenderungen und Neubeschaffungen des Betriebs-
materials nothwendig gemacht hat.
Beschreibung der Bahntrace. Die Bahn beginnt bei Port-Madoc. Daselbst
befindet sich in etwa 800 Meter Entfernung von dem Bahnhofe der Cambrian Bahn
ihr Personenbahnhof und sind ausserdem verschiedene Gleise vorhanden, welche nach
den zahlreichen, am dortigen Hafen belegenen Schieferplätzen führen.
Alsbald nach dem Verlassen des Bahnhofes durchschneidet die Bahn auf ihrem
Wege nach Duffws in fast horizontaler Lage und in einer Länge von 825 m eine nur
zur Ebbezeit trockene Meeresbucht und erreicht in 21j2 km Entfernung die normal-
spurige Cambrian Bahn.
An dem Vereinigungspunkte beider Bahnen, welcher Mynfford-Junction genannt
wird, sind beide Bahnhöfe durch ein scharfgekrümmtes, von der Festiniog Bahn ab-
zweigendes Gleise mit einander verbunden.
Steigungs- und Kri'imniungsverliältnisse. Von Mynfford-Junction aus liegt
die Bahn in ununterbrochener Steigung, welche im Mittel, bei einem Unterschiede von
213 m zwischen hier und dem Endpunkte der Linie, durchschnittlich 1:100 beträgt.
Ausser einer kurzen Steigung von 225 m Länge vor Dinas mit 1:00,7 und einer
zweiten von 1:68,7 von ebenfalls nur geringer Länge vor Duffws beträgt die Maximal-
Steigung von 4,05 km Länge zwischen Penrhyn und Tan-y-Bwlch 1:79,8.
Die engsten auf der Balm vorkommenden Curven haben 35 m Radius und 24
bis 01 m Länge, ausserdem kommen Curven vor mit 45 m ltadius und von 50 bis
65 m Lange, von 65 m ltadius und 100 bis 120 m Länge, während die meisten Curven
mit Itadien von 140 bis 160 m verlegt sind.
Curven folgen sich ohne Unterbrechung, aber mit parabolischen Uebergängen
und liegt nur selten ein gerades Stück zwischen nach entgegengesetzten Dichtungen
hin gekrümmten Gleisstrecken. Bei der meist grossen Länge der Züge, — bei einigen
derselben erreicht sie mit Einschluss der Locomotive ein Maass von 360 und sogar
von 400 m — ist es unter diesen Umständen eine häufig vorkommende Erscheinung,
dass derselbe Zug sich gleichzeitig in drei nach verschiedenen Richtungen gekrümmten
Curven befindet. Eine Ueberhöhung der äusseren Schiene ist nur für die schärferen
Curven vorgesehen, dieselbe beträgt bei den engsten Curven mit 35 m Radius 76 mm.
Der Bahnkörper ist fast ganz ohne Erde hergestellt. Die Dämme bestehen
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