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Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen: Mittheilungen über Localbahnen insbesondere Schmalspurbahnen — Erster Jahrgang.1882

Page: 27
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BAUKOSTEN.

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Spurweite sowie Radien bis zu 60 Meter herzustellen, deren Anwen-
dung in grosser Zahl durch den gewundenen Lauf der Berzava nöthig wurde.
Zugleich beschloss man aber auch diese Schmalspurbahn für den Transport
der Eisenerze von Moräviza nach Rescliitza, für den Transport der Kohlen von
Szekul nach Rescliitza, sowie endlich für den inneren Dienst der einzelnen Zweige
des Eisenwerkes selbst mit seinen ausgedehnten Anlagen herzustellen; so entstand
diese äusserst interessante Anlage, die im Jahre 1873 in Betrieb genommen wurde
und welche jetzt eine Gesammtlänge von 68,053 km hat, einschliesslich der kleinen
Franz-Joseph’s Erbstollen Balm bei Rescliitza, die zur Kohlengewinnung dient und
bei 2932 m Länge eine Spurweite von nur 0,70 m hat.
Besondere Schwierigkeiten boten sich noch bei der Strecke Reschitza-Szekul,
wo man in Folge des äusserst scharf eingeschnittenen und eng gewundenen Thaies
der Berzava und weiter oben der Szekul Curven bis zu 28,4 m (15 Klafter österr.)
Radius und Steigungen bis 1 : 20 anwenden musste; diese Strecke ist deshalb
so sehr interessant, weil sie den Beweis dafür liefert, wie weit
man mit der Anlage von Schmalspurbahnen gehen und welche
Schwierigkeiten man mit diesem Bahnsysteme überwinden kann.
Die ganze Anlage zerfällt nun in folgende 5 Theile, welche verschiedenen
Zwecken dienen und deshalb auch getrennt betrachtet werden sollen:
1. Linie Moravitza-Roman-Bogsan-Deutsch-Bogsan-Rescliitza. Diese
zum Transport der Eisenerze, sowie zwischen Bogsan und Rescliitza auch zur Ver-
bindung mit der Hauptbahn dienende Linie hat eine Länge, einschliesslich der Neben-
gleise, von 36,533 km.
Wie aus dem Situationsplan (Tafel I. II) zu ersehen, beginnt die Linie bei Montan-
Moravitza, folgt dem Laufe der Moravitza und tritt dann bei Roman-Bogsan an die
normalspurige Secundärbahn heran; man hat nun verständigerweise auf eine Länge
von 4 km, bis Deutsch-Bogsan, einfach für die Schmalspurbahn eine dritte Schiene
auf den Schwellen angebracht und führt diese dreischienige Bahn sowohl durch den
Ort Roman-Bogsan, wie auch Deutsch-Bogsan hindurch, ohne dass sich die geringsten
Schwierigkeiten oder Unannehmlichkeiten für den Betrieb dadurch bis jetzt ergeben hätten.
Von Deutsch-Bogsan ab, wo sich auch noch ein Hochofen befindet, der mittelst
einer starken Rampe durch die Bahn mit Erzen und Brennmaterial versorgt wird,
folgt die Schmalspurbahn dem Laufe der Berzava, benutzt tlieils Strassen, geht durch
die Dörfer Monio und Kölnik hindurch und erreicht kurz vor Rescliitza den Zweig-
bahnhof, wo eine 2,8 km lange Flügelbalm die Eisenerze direct auf die Höhe des Hoch-
ofens bringt (Nordbahnhof Tafel III. IV); dann geht die Linie, immer dem Laufe der
Berzava folgend, nach Rescliitza, wo sie auf dem Centralbahnhof (siehe Tafel III. IV)
einmündet.
Die Baukosten dieser Linie haben sich, einschliesslich Betriebsmittel und der
allerdings geringen Ausgaben für Grunderwerb, auf 24,831 fl. pro Kilometer gestellt,
was bei dem coupirten Terrain und den vielen Bauwerken, worunter eine 40 m weite
hölzerne Jochbrücke und etwa 100 Stück kleinere Brücken und Durchlässe, als sehr
mässig bezeichnet werden muss.
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