Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen: Mittheilungen über Localbahnen insbesondere Schmalspurbahnen — Erster Jahrgang.1882

Page: 105
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Die Schmalspurbahn-Anlagen der Mansfelder Kupferschiefer
bauenden Gewerkschaft.
Von W. Hostmann.
I. Einleitung.*)
Das grossartigste und weitaus bedeutendste industrielle Unternehmen, nicht allein
der Provinz Sachsen, sondern wohl in ganz Deutschland, ist die seit dem Jahre 1862
unter der Oberleitung des Geheimen Bergrathes Leuschner stehende, in Eisleben
domicilirende, Mansfelder Kupferschiefer bauende Gewerkschaft.
Der nahezu schon 600 Jahre lang hier betriebene Bergbau befand sich während
der ersten Jahrhunderte in den verschiedensten Händen, ruhte in Folge des 30 jährigen
Krieges fast gänzlich, kam erst im 17. Jahrhundert wieder in Gang und wurde
schliesslich von verschiedenen, nebeneinander bestehenden, Gewerkschaften betrieben,
bis im Jahre 1852 die jetzige Gewerkschaft gebildet wurde, mittelst welcher die
bestehenden verschiedenen Gewerkschaften zu einer einzigen consolidirt wurden.
Nunmehr begann erst ein einheitlich geleiteter Bergbau und im Jahre 1862
übernahm auch die Gewerkschaft die selbstständige Verwaltung ihrer Berg- und
Hüttenwerke, was bislang durch die Bergbehörde geschehen war.
Einen Begriff von der Ausdehnung und Bedeutung der Mansfelder Gewerkschaft
bekommt man durch folgende Zahlen. Am Ende des Jahres 1880 repräsentirten die
in Thätigkeit befindlichen Dampfmaschinen zu Förderungs-, Wasserhaltungs- und
anderen Zwecken die Summe von 6670 Pferdekräften; eine besondere Maschinen-
Werkstatt mit 355 Arbeitern besorgte die laufenden Arbeiten und Ergänzungen; der
sehr bedeutende Bedarf an Kohlen und Cokes wurde durch eigene Bergwerke in
Westphalen und Braunkohlengruben bei ltiestedt gedeckt; 2 grosse Oberförstereien
mit 135 Arbeitern versorgten die Gewerkschaft mit den erforderlichen Hölzern u. s. w.
Laut letztem Verwaltungsbericht war Ende 1881 vorhanden excl. Beamte
eine Belegschaft von . . 13914 Mann
mit. 24080 Familienmitglieder
37994
oder rund 38000 Personen.
Dazu die Westphälischen Werke
mit einer Belegschaft von . . .
Familienmitglieder.
oder zusammen . . . 2523.
d. h. in Summa 40527 Arbeiter und Familienangehörige, die ihren Unterhalt
unmittelbar durch den Betrieb der Mansfelder Gewerkschaft finden.

834 Mann
1699 „

*) Anmerkung. Die hier angeführten Zahlen und historischen Daten sind theils der von
der Ober-Berg- und Hütten-Direction für die Halle’sche Gewerbe- und Industrie-Ausstellung des
Jahres 1881 herausgegebenen Broschüre, theils dem Verwaltungsbericht pro 1881 entnommen.
Mittlieilungen über LocalbaliuöJi. 14
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