Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen: Mittheilungen über Localbahnen insbesondere Schmalspurbahnen — Erster Jahrgang.1882

Seite: 126
Zitierlink: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/Zb-2423-1-1882/0138
Lizenz: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
126

AUSZÜGE AUS TECHNISCHEN ZEITSCHRIFTEN.

vergleicht, das weitaus sicherste Beförderungsmittel' hieten. Dieses Resultat kann
sich kaum zu Ungunsten der Dampftramways ändern, da die Betriebssicherheit dieser
gegen die der Vollbahnen ausserordentlich durch die zur Anwendung kommenden weit
geringeren Zuggeschwindigkeiten erhöht wird.
Die Ursachen, weshalb noch vielfach über diesen Gegenstand irrige Ansichten
zu herrschen scheinen, beruhen offenbar in dem Umstande, dass seihst unbedeutende
Unglücksfälle und Betriebsstörungen auf Eisenbahnen alsbald durch Telegraphen und
Zeitungen bis in die. weitesten Gegenden hin verbreitet werden, während durch Wagen
und Pferde entstandene Unfälle kaum im Weichbilde der eigenen Stadt zur allgemeinen
Kenntniss kommen.
Wir können uns der aus unseren Erfahrungen und auf unseren Reisen gewonnenen
Ueherzeugung nicht verschliessen, dass es in belebten Städten und auf verkehrsreichen
Chausseen kein besseres Mittel sowohl zur Erleichterung des Verkehrs, als auch zur
Verhütung von Unglücksfällen giebt, als die Anlage von Strassenbahnen, deren Betrieb
durch Locomotiven dabei wieder sicherer ist als durch Pferde.
Halle, Juli 1882. R. Koch.

Auszüge aus technischen Zeitschriften.
Von Richard Roch.
1. Die „Annäles des Mines“ bringen in ihrer 4. Lieferung des Jahrganges 1881
auf Seite 318 bis 340 ein Decret vom 6. August 188-1, welches zur Erläuterung des
Gesetzes vom 18. Juni 1880 dient und hauptsächlich die Anlage und den Betrieb
von Dampftramways behandelt.
Nach den Constrüctionsbedingungen solcher auf dem Strassenkörper
liegenden Bahnen darf die grösseste Breite der Locomotiven und Wagen sowie der
Ladung höchstens 2x/2 mal so gross sein wie die Spurweite, und in keinem Palle ein
Maass von 2,8 m überschreiten; die grösseste, durch das rollende Material einge-
nommene Breite, incl. der Trittbretter, Laternenstützen etc. darf höchstens um 0,3 m
grösser sein als obiges aus der Spurweite abgeleitetes Maass. Für die normale Spur-
weite beträgt die grösseste zulässige Höhe der Fahrzeuge 4,2 m.
Liegen mehrere Gleise nebeneinander, so soll zwischen den am meisten vor-
springenden Tlieilen der einander passirenden Fahrzeuge ein freier Spielraum von
nicht unter x/2 m verbleiben.
Bezüglich der Unterhaltung und des Betriebes wird bestimmt, dass
die Locomotiven mit so kräftigen Bremsen auszurüsten sind, dass sie bei einer Ge-
schwindigkeit von 20 km pro Stunde und in einem Gefälle von 1:50 ohne Hülfe Vier
Wagenbremsen den Zug auf 20 m Entfernung zum Stehen bringen können. Ausser
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Impressum   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list