Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — X. Jahrgang.1891

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EINIGE BEMERKUNGEN ÜBER ANLAGE UND BETRIEB VON LOKALBAHNEN.

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Sodann gehören hierhin die Schiffseisenbahnen, jene gewaltigen mehrschienigen Bahnen
mit ihren Riesenwagen, auf welche die grössten Seeschiffe mit voller Ladung über Land-
engen transportirt werden sollen, wofür die verschiedensten Projecte bestehen. In Bau
begriffen ist eine solche in Nord-Amerika zwischen der Fundyhey und dem St. Lawrence-
Golf, wodurch ein Seeweg von 500 Meilen auf jeder Fahrt erspart wird.
Schluss.
Zum Schluss noch einige Worte über den Einfluss einer aussergewöhnlichen Be-
triebsart auf die Construction der Bahn. Die Mehrzahl der beschriebenen Bahnen, ins-
besondere die Stadtbahnen, mit der selbstverständlichen Ausnahme der atmosphärischen, pneu-
matischen und mit Wasserkraft bewegten Bahnen, können auch mittelst Seile oder Electro-
motoren betrieben werden. Beim Seilbetrieb werden hei allen Systemen noch besondere
Rollen zur Unterstützung des Seils erforderlich und die Wragen, hezw. Locomotiven müssen
dabei mit besonderen Greifern versehen werden (s. o.). — Im Uebrigen ändert sich dadurch
aber nur wenig an der Construction. Dasselbe gilt vom electrischen Betrieb. Geschieht
derselbe mittelst Accumulatoren, insbesondere mit einzelnen Locomotiven, so ändert sich
am Bau der Balm garnichts; wird der Strom zugeführt, so kommen nur die Zuführungs-
drähte mit Zubehör, seien es nun Stangen oder Kanäle, hinzu.
Berlin, im Januar 1891. K D.

IY.
Einige Bemerkungen über Anlage und Betrieb von Lokalbahnen.
Von A. von Horn.
Von den grossen französischen Eisenhahngesellschaften, besonders von der Compagnie
du Nord und später von der Compagnie du Midi und der Compagnie de 1’Ouest sind ver-
schiedene Lösungen in Anwendung gebracht, um die Anlage und den Betrieb von Sekundär-
bahnen, welche als Zufuhrlinien ihrer Netze betrachtet werden können, leichter zu ge-
stalten. In dem letzten December-Heft der „Annales des Fonts et Chaussees“ bringt
Herr Noblemaire eine neue und wichtige Lösung, von welcher auch in dem Juli-Heft
der „Revue Generale des chemins de fer“ eine Uebersicht enthalten ist. Wenn auch diese
Abhandlung sich zunächst auf französische Zustände bezieht, so enthält dieselbe doch auch
vieles von allgemeinem Interesse, weshalb eine Wiedergabe derselben nach dem Wochen-
blatte „de ingenieur“ No. 41 auch hier Platz finden möge.
Nachdem die Notlnvendigkeit von Lokalbahnen näher nachgewiesen ist, beweist Herr
Noblemaire, dass das erklärliche Streben der Departements nach Verbesserung der
Verkehrsmittel oft Veranlassung gegeben hat zu fehlerhaften Berechnungen, deren Ursachen
aufgedeckt werden.
In erster Linie wird auf die Nothwendigkeit hingewiesen, sich zufrieden zu stellen
mit einfachen Bahnen, sparsam angelegt und betrieben, mit einem Worte entsprechend den
lokalen Hülfsquellen und den Bedürfnissen, welche sie befriedigen müssen. In den meisten
Fällen werden Bahnen mit einer Spurweite von 1 m, selbst von 0,60 m hinreichen, am
besten betrieben von kleinen Gesellschaften, welche ihren Sitz in der berührten Gegend
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