Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — X. Jahrgang.1891

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NEUE VORRICHTUNG, UM STRASSENBAHNWAGEN IN BEWEGUNG ZU SETZEN. 95

nicht nur eine erhebliche Entlastung der städtischen Strassen statt, sondern der gesammte
Verkehr wird sich viel glatter und regelmässiger abwickeln.
Da nun für den Betrieb der electrisclien Bahn so wie so eine Centralstation erforder-
lich war, so entstand der Gedanke, auch die Beleuchtung der von der Strassenbahn
durchzogenen Gegend mit zu übernehmen, sowie auch Kraft für die Kleinindustrie
abzugeben. Seitens der städtischen Behörden wurde diese Idee gut geheissen und wird
auch diese Anlage von der Allgemeinen Electricitäts-Gesellschaft in Berlin ausgeführt.
Das ganze Project ist von der Localbahn-Bau- und Betriebs-Gesellschaft zu Hannover,
Hostmann & Cie. ausgearbeitet, wird von dieser Gesellschaft ausgeführt und hat dieselbe
ihre liechte auf die Geraer Strassenbahn-Aktiengesellschaft übertragen.
Diese Bahnanlage, welche mit 1 m Spurweite ausgeführt wird, bietet des Interessanten
so viel, dass wir Veranlassung haben werden, nach ihrer Vollendung, welche zum nächsten
Frühjahr zu erwarten ist, auf dieselbe ausführlicher zurück zu kommen.
Hannover, im Mai 1891.

XII.
Neue Vorrichtung, um Strassenbahnwagen in Bewegung zu setzen.
Von A. von Horn.
Mit der von dem vormaligen Ober-Ingenieur und Chef des Dampfwesens in Nieder-
ländisch-lndien, dem Herrn Huizer ausgedachten Vorrichtung, um Strassenbahnwagen in
Bewegung zu setzen, sind am 1. April d. J. in Gegenwart einer Anzahl Sachverständiger
in Haarlem Versuche angestellt worden, über deren Ergebnisse das Wochenblatt „de
Ingenieur“ in No. 15 folgende zuverlässige Mittheilungen bringt.
Die Vorrichtung ist kein Accumulator, d. h. sie dient nicht dazu, die beim Bremsen
eines Strassenbahnwagens verlorengehende Arbeit aufzusammeln und zum Ingangsetzen
anzuwenden, sondern ist einfach ein Hiilfsmittel, um das Anziehen für die Pferde
bequemer und leichter zu gestalten.
Der Erfinder war — und zwar mit Recht — der Meinung, dass eine Vorrichtung,
welche als Accumulator Dienst tliun muss, nicht billig und einfach genug herzustellen
sei, um allgemeine Verwendung finden zu können. Eine solche würde in Folge der compli-
cirten Konstruktion tlieuer, meistens zu schwer, viel der Abnutzung und Beschädigung
unterworfen und oft nicht ohne Geräusch anzuwenden sein, während die Behandelung der-
selben stets in grösserem oder geringerem Maasse einige Uebung Seitens des Kutschers
erfordert. Für jeden, welcher darauf geachtet hat, ist es klar, dass das Inbewegungbringen
d. h. das „Ansetzen“ eines voll beladenen Strassenbahnwagens für die Pferde eine
Arbeit ist, zu welcher oft von ihnen übermässige Kraftanstrengung gefordert wird; einen
schon in Bewegung befindlichen Wagen in vollen Gang zu bringen, verursacht ihnen
weniger Mühe. Erfahrungsgemäss kann bewiesen werden, dass die Zugkraft, welche unter
weniger günstigen Umständen erforderlich ist, einen beladenen Strassenbahnwagen in Be-
wegung zu setzen, oft 6, 8 und mehr mal grösser ist als diejenige, mit welcher ein in
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