Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — X. Jahrgang.1891

Page: 97
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LITERATURBERICHT. - ALLGEMEINES.

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wirkt die Vorrichtung nicht, doch kann daraus kein Anlass zu Beschädigung oder Aufent-
halt entstehen. Unachtsamkeit des Kutschers kann somit nicht den geringsten Schaden
verursachen.
Der mit diesen Vorrichtungen versehene Wagen ist vor dem genannten officiellen
Versuch am 1. April d. J. 14 Tage lang in regelmässiger Benutzung gewesen und zwar
auf den Linien der Haarlemer Trambalm-Gesellschaft. Dieselben wurden in diesem Zeit-
räume nur einmal nachgesehen und geschmiert und wirkten so zur Zufriedenheit, dass
der Director der Gesellschaft erklären konnte, dass sie „in jeder Hinsicht gute Dienste
leisten“ und „einfach in der Konstruktion und in der Anwendung“ sind. Die Kutscher,
welche damit fuhren, waren sehr davon eingenommen; sie benutzten dieselben nach ihrer
eigenen Aussage gerne, weil sie beim Ansetzen weniger auf die Pferde zu achten brauchten.
Ein mit 32 Personen besetzter Wagen erforderte auf reinen Schienen in der Fabrik,
um ihn in Bewegung zu setzen, ohne Vorrichtung eine Zugkraft von ungefähr 75 kg,
während mit solcher höchstens 20 bis 25 kg nöthig waren. Ein leerer AVagen, welcher so
fest gebremst war, dass er ohne Vorrichtung nicht bewegt werden konnte, wurde that-
sächlich, nachdem dieselbe in Dienst gestellt war, ohne irgenwelche Anstrengung von
einer Person in Bewegung gebracht.
Das Gewicht von 2 Vorrichtungen für jeden Wagen — eine für jede Dichtung —
beträgt ungefähr 100 kg, welches durch geeignete Materialien noch verringert werden kann
ohne Schaden für die Solidität. Die Kosten für jeden Wagen betragen ohne Anbringen
M. 212 bis M. 220.
Die Vorrichtungen können ohne Schwierigkeiten an jedem, auch vorhandenen Wagen
angebracht werden, ohne denselben von den Schienen zu nehmen. Für Wagen, bei welchen
die Bremsklötze an der Aussenkante der Kader angebracht sind, stellt sich die Vorrichtung
etwas theurer, weil dann die Bremsklötze versetzt werden müssen.
Hamburg, im April 1891.

Literatur bericht.
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a) Allgemeines.
I. Localbahnen.
Erkenntnisse oberer Gerichte.
Haftpflicht (1er Pfcrdeeisenbnhngesellschaft für einen beim Zusammcnstoss des Wagens mit
einem Rollwagen entstandenen Unfall. Der Verletzte befand sich in einem Wagen der betreffenden Ge-
sellschaft, als dieser mit einem Rollwagen zusammenstiess. Der Pferdebahnwagen hielt bereits, als der
Zusainmenstoss erfolgte. Das Reichsgericht hat das zu Ungunsten der Pferdebalmgesellsehaft ausgefallene
Urtheil des Landgerichtes bestätigt. (Ztg. d. Vereins d. Eisenb.-Verw. 1891, S. 159.)
Zur Anlage von Geleisbahnen bei Berührung öffentlicher Wege.
(Ztg. d. Vereins d. Eisenb.-Verw. 1890, S. 946.)
Haftpflicht des Eisenbahn-Unternehmers für einen Unfall, welcher in Folge des durch den
Bahnbetrieb veranlassten Scheuwerdens von Pferden herbeigeführt wurde.
(Ztg. d. Vereins d. Eisenb.-Verw. 1890, S. 972.)
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