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Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XI. Jahrgang.1892

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I.
Allgemeine Uebersicht.
Von W. Hostmann.

IGRÖSSH:
FÜR DIE
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VF GEWERBE 1
STADT.

Obgleich die seit Anfang des Jahres 1891 herrschende lind sich immer mehr ver-
schlechternde, wirtschaftliche Gesammtlage aucli auf die Entwickelung des Localbalm-
wesens insofern von Einfluss war, als jede Lust zu neuen Unternehmungen fehlte, so wurde
doch im Laufe des Jahres eine Anzahl von Localbahnen dem Betriebe übergeben, während
weitere Strecken sich noch im Bau befinden.
Nicht ohne günstigen Einfluss auf die weitere Entwickelung der Localbahnen dürfte
der im Jahre 1891 stattgehabte Wechsel im Ministerium der öffentlichen Arbeiten in
Preussen bleiben. Während nämlich der bisherige Minister von Maybach, dessen
wichtigste Aufgabe die Verstaatlichung der Hauptbahnen in Preussen war, den Local-
bahnen und besonders den ausschliesslich mit Privatcapital erbauten Localbahnen nicht
gerade sehr wohlwollend gegenüberstand, dürfte der jetzige Minister Thielen zu dieser
wichtigen Frage eine andere, den Bau derselben mehr fördernde, Stellung einnehmen.
Allem Anschein nach wird man das Privatcapital zu dem Bau dieser nützlichen und
so nothwendigen Verkehrsglieder wieder mehr heranzuziehen suchen, während dem Staate
das grosse Netz der Haupt- und Nebenbahnen Vorbehalten bleiben soll. Es würde ein
solches Vorgehen des Herrn Ministers Thielen umsomehr mit Freuden begrüsst werden
können, als sowohl der Bau wie der Betrieb der eigentlichen Localbahnen nahezu
von Fall zu Fall ein besonderer ist, während Bau und Betrieb der Haupt- und Neben-
bahnen unter Festhaltung gewisser gemeinsamer Gesetze und Vorschriften ausgeführt
werden muss, so dass es bei so verschiedenartigen Bedürfnissen nicht zweckmässig erscheinen
kann Bau und Betrieb der eigentlichen Localbahnen auch durch den grossen, an
und für sich schon naturgemäss etwas schwerfällig arbeitenden, Apparat der Staatsbahn-
verwaltung ausführen zu lassen.
Sollen die Localbahnen ihren Zweck in der Thaterfüllen, dann müssen sie, frei von
allen Schablonen, dem Bedürfnisse des einzelnen Falles in Bau und Betrieb auf das
Engste angepasst werden, wie dies z B. bei der nahezu fertig gestellten Strassenbahn
in Gera (Reuss) der Fall ist. Während bei dieser für Personen- und Güterverkehr
bestimmten Anlage1) der Personenverkehr mittelst Electricität (System
Sprague, Oberleitung wie in Halle a/S.) ausgeführt wird, erhalten die vielen Fabriken
und sonstigen industriellen Etablissements dadurch einen directen Uebergang der Haupt-
bahnwagen, dass dieselben auf Rollböcken (Trucs) mittelst Dampftrammaschinen
von dem Bahnhof der Hauptbahn auf der 1 Meter Spur-Bahn in den Fabrikhof und
zurück befördert werden. Endlich werden noch die vielfachen grösseren Stück-
güter aus den einzelnen Fabriken mittelst auslenkbarer Güterwagen (Peram-
bulatorwagen) abgeholt bezw. dahin gebracht und an einem Centralpunkte in Haupt-
bahnwagen gesammelt, in denen sie dann mittelst der Rollböcke an den Hauptbahnhof
befördert werden. Die Geraer Strassenbahn-Gesellschaft besorgt das ganze Expeditions-
i) Siehe Jahrgang X, Heft IT dieser Zeitschrift.
Zeitschrift f. Local- u. Strassenbahnen. 1892.

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