Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XI. Jahrgang.1892

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UBER DIE BEI BAHNEN ANWENDBAREN BREMSEN MIT BESONDERER

1,5 m Länge zur Verwendung gelangen, welche durch eine Haken-Stossverbindung rasch
und sicher gekuppelt werden. Ein Universal-Passstück dient zur Verbindung der von
2 verschiedenen Seiten gelegten Geleisen. Die selbstthätige Patent-Sicherheitsweiche
Dolbergs macht jede Entgleisung infolge falscher Weichenstellung unmöglich, während
die Kletterweiche das sofortige Herstellen von Ausweichen auf jedem beliebigen Punkte
der Strecke gestattet, ohne dass ein Herausnehmen von Geleise-Jochen nothwendig wäre
oder der Hauptstrang todt gelegt werden würde.
So ist auf allen Gebieten des schmalspurigen Eisenbahnwesens ein ununterbrochener,
erfreulicher Fortschritt zu verzeichnen, eine neue Aera kündigt sich an; möge sie das
goldene Zeitalter der Schmalspur bedeuten!

III.
Ueber die bei Bahnen anwendbaren Bremsen mit besonderer Rücksicht-
nahme auf die Secundär-Eisenbahnen und Trambahnen.
Von Rudolf Ziffer, Oberingenieur d. k. k. üsterr. Staatsbahnen.
Die Bremsfrage ist sowohl bei den Hauptbahnen, als auch bei den Nebenbahnen,
Secundäreisenbahnen und Trambahnen vom Standpunkte der Betriebssicherheit behufs
Regulirung der Fahrgeschwindigkeit, dann des möglichst schnellen, gefahrlosen Anhaltens
der Züge von allergrösster Wichtigkeit und zwar ohne Rücksicht auf die Art der Zugkraft.
Die Frage oh und mit welcher Bremsconstruction das rasche Anhalten und die grösste
Sicherheit am besten erreicht werden kann ohne die Reisenden durch die Stösse und
Erschütterungen der Fahrzeuge unangenehmen Empfindungen auszusetzen, beschäftigt nicht
nur die Kreise der Fachmänner, sondern erweckt auch im Publikum das lebhafteste Interesse.
Wir wollen daher die verschiedenen, bei den Bahnen anwendbaren Systeme besprechen,
dieselben auf ihren Werth prüfen und daraus namentlich rücksichtlich ihrer Anwendung
bei den Secundäreisenbahnen und Trambahnen unsere Schlüsse ziehen.
Es würde den Rahmen dieser Zeitschrift weit übersteigen, wollten wir alle Systeme
genau beschreiben, was auch ohne Zeichnungen nicht in gemeinverständlicher Weise zu
erreichen wäre. Wir beschränken uns daher darauf die hauptsächlichsten Eigenschaften
der Bremsen kurz zu bezeichnen, dieselben je nach der bewegenden Kraft und ihren
Constructionen einzutheilen und auf die vorhandene Literatur, soweit sie uns bekannt
wurde und in welcher die verschiedenen Systeme ausführlich behandelt sind, hinzuweisen. *)
Die bei den Bahnen im Gebrauche stehenden Bremssysteme lassen sich je nach dem
Bremsmotor, welcher die für das Bremsen erforderliche Kraft erzeugt in 2 Classen ein-
theilen und zwar: 1. Handbremsen,
2. Mechanische Bremsen.
I. Die Handbremsen
werdeu durch die Muskelkraft des Menschen bethätigt, benötliigen daher bei jeder Brems-
vorrichtung die Anwesenheit eines Bremsers. Diese Bremsen finden ihre Anwendung nicht
Siehe auch: Moniteur et revue des chemins de fer öconomiques et tramway ex 1891. — Die
Mechanik des Zugsverkehres auf Eisenbahnen von Roman Baron Gostkowski, Wien 1891. —
Encyklopädie des gesammten Eisenbahnwesens von Dr. Victor Roll, 2. Band, Wien 1890.
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