Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XI. Jahrgang.1892

Page: 67
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DAS KRANKENVERSICHERUNGSGESETZ VOM lö. APRIL 1892.

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Die Befestigung der Schiene mit der Querschwelle geschieht an der einen Seite mit
Hülfe von 2 Hacknägeln, an der anderen Seite mit Hülfe einer Klemmplatte, welche 3 ver-
schiedene Stärken haben kann. Der gegenseitige Abstand der Löcher in den Querträgern
für die Befestigung der Schienen kann ebenfalls 3 verschiedene Werthe annehmen, wodurch
man in die Lage versetzt ist, mit 3 verschiedenen Typen von Querschwellen und Klemm-
platten die Schienen auf 15 verschiedene Abstände voneinander zu befestigen, welche mit
den 15 verschiedenen Werthen der Spurerweiterung (0 bis 84 mm) übereinstimmen.
Die Zähne der Zahnstange haben einen trapezförmigen Querschnitt von 36 mm Höhe,
36 mm oberer und 54 mm unterer Breite und liegen in gegenseitigen Abständen von 10 cm,
sie sind mit ihren cylindrischen Enden durch die kreisförmigen Löcher von 2 Winkeleisen
gesteckt, welche durch Schraubbolzen verbunden sind und innen mit Vorsprüngen zur
Unterstützung der breiten Grundflächen der Zähne versehen sind. Um letztere erforder-
lichen Falls leichter auswechseln zu können, sind sie nicht, wie gewöhnlich, an die
Winkeleisen festgenietet. Auch hat man, wie bei anderen Zahnradbahnen, keine besondere
Fürsorge gegen das Verschieben der Bahn getroffen, weil sich dieses nicht als nothwendig
herausstellte.
Die grösste Geschwindigkeit des Zuges beträgt für die Sectionen mit Adhäsionsbahn
25-20 km je nach der grösseren oder geringeren Sichtbarkeit der Bögen und 15 km für
die Sectionen mit Zahnradbahn. Besondere Maassregeln sind getroffen, um bei dem Ueber-
gang der Adhäsions- in die Zahnradbahn das Eingreifen des Zahnrades der Locomotive in
die Zahnstange zu sichern. Der ruhige Gang des Zuges auch auf diesen Uebergängen wird
sehr gerühmt.
Die Kosten haben 108 800 Mk. für 1km betragen, wovon 29524 Mk. auf den Ober-
bau, 10300 Mk. auf Gebäude, Telephon- und Signaleinrichtungen und 24607 Mk. auf das
rollende Material entfallen. Eine Beschreibung des letzteren findet sich in dem Portefeuille
des Maschines, Decbr. 1891. (Nouvelles Annales de la Construction, Decbr. 1891.)

VII. •
Das Krankenversicherungsgesetz vom 10. April 1892.
Von Kreisgerichtsrath Dr. B. Hilse in Berlin.
Für alle gewerblichen Unternehmen, welche dem Geltungsbereiche des Krankenversicherungs-
Gesetzes vom 15. Juni 1883 in Verbindung mit dem Ausdehnungsgesetze vom 28. Mai 1885
unterstellt sind, ist es um so mehr geboten, diejenigen Veränderungen kennen zu lernen,
welche die alten, bekannten Vorschriften durch die Neuordnung der Rechtsverhältnisse in
dem Gesetz vom 10. April 1892 erlangt haben, als dessen § 48 a die Kassenvorstände ver-
pflichtet, die Statuten den neu erlassenen Bestimmungen gemäss abzuändern und für den
Fall einer Verabsäumung dessen die höhere Verwaltungsbehörde ermächtigt, die Beschluss-
fassung anzuordnen und falls dieser Anordnung keine Folge gegeben wird, ihrerseits die
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