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Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XI. Jahrgang.1892

Page: 74
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Sich selbst regulirende Achse für Wagen hei Trambahnen.
(Patent Hugo Lau in Dresden.)
Von Rud. Ziffer, Ingenieur der k. k. österr. Staatsbaimen, Hainfeld.
(Mit einer Abbildung im Text.)
Die fortwährend zunehmende Bevölkerung in den Städten und die damit im Zusammen-
hänge stehende Steigerung des Verkehres, hat zur Bewältigung desselben das Bedürfniss
nach Trambahnen in bisher ungeahnter Weise hervorgerufen, so dass die weitere Entwickelung
dieses Transportmittels unzweifelhaft erfolgen wird.
Aber auch die Ansprüche an die Bahnen selbst sowohl in technischer Beziehung als
auch seitens der Behörden und des die Bahnen benützenden Publikums werden immer grösser,
so dass die Gesellschaften oft im Interesse der Erweiterung und zur Erreichung der Prosperität
ihres Unternehmens gezwungen sind, die Bahnlinien in sehr engen Strassen zu führen, da
in den ersteren Jahren die breiteren Strassen mit Linien, die zur Bewältigung des zu jener
Zeit bedeutend geringeren Verkehres genügten, bereits versehen waren.
Auch in den kleineren Städten verschaffen sich die Trambahnen von Jahr zu Jahr
mehr Eingang, deren Ausbau hier wegen den vorherrschend engen Strassen sich bedeutend
schwieriger als in den grossen Städten gestaltet, weil sehr scharfe Krümmungen mit Radien
von 10—20 m nothwendig werden und da die anstandslose und ruhige Befahrung derselben
wegen der auftretenden ganz ausserordentlichen Zugwiderstände (nach ltedtenbacher
w0x) = 96 ~f- a ^ 3) grosse Schwierigkeiten ergiebt, die eine Erhöhung der Zugkräfte er-
fordern und auch auf das rollende Material insbesondere der Radsätze höchst nachteilig
einwirken.
Seit dem Bestehen der Gleisbahnen trat als Folge der Vergrösserung der Zugkraft
die leichtere Bewegung grosser Mengen von Personen und Güter ein, aber auch damit der
Zugswiderstand in den Krümmungen beim Durchfahren derselben, wodurch die naturgemässe
ungleiche Abwälzung der Räder auf den Schienen, die sonst so leichte Fortbewegung des
Wagens hinderte. Je kleiner der Curvenhalbmesser, um so hemmender wirken die an der
Achse fest aufgepressten Laufräder.
Das Durchfahren der Krümmungen kann nur dann von einem Radsatz mit 2 festen
Rädern desselben Durchmessers erfolgen, wenn die Bandage des einen derselben auf einer
Länge, die gleich der Differenz der durchlaufenen Bahnen ist, schleift, wobei sehr grosse
Zugwiderstände und abnormale Abnützungen des Überbaues und Wagenmateriales entstehen.
Die Ungleichheit der von den fest aufgekeilten Rädern eines Radsatzes durchlaufenen
Bahnen verursacht eine fortwährende Torsion, welche die Beschaffenheit des Metalls ändert,
dasselbe spröde (crystallinisch) macht und schliesslich den Achsbruch oder mindestens das
„Losewerden“ der Räder verursacht.
Desgleichen wird der Achsbruch durch ungleiche Abnutzung der Bandage, zufolge
der hierdurch entstandenen Ungleichheit in dem Raddurchmesser des Radsatzes leicht er-
möglicht.
Um die durch Anwendung eines festen Radsatzes hervorgehenden Uebelstände zu be-
seitigen, haben die Strassenbahngesellschaften Räder mit konischen Bandagen angewendet

9 wc bedeutet den Widerstand in Kilogramm pro Tonne Zugsgewicht, welches die Curve her-
vorbringt, a -- Radstand des Wagens in Meter, s — Spurweite in Meter, R = Curvenhalbmesser in Meter.
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