Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XIII. Jahrgang.1894

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DIE ZUKUNFT DES ELEKTRISCHEN BETRIEBES VON EISENBAHNEN.

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antwortlich, als wenn sie selbst solche verrichtet hätten. Auch wird nur die strafrechtliche Ver-
antwortlichkeit ihnen abgenommen, während die bürgerlich-rechtliche Eintrittsverbindlichkeit
für die Leiter des Unternehmens unmittelbar, sowie mittelbar für das Unternehmen selbst fort-
bestelien bleibt. Ein Ausserachtlassen der gebotenen Sorgfalt bei Auswahl, Beaufsichtigen,
Unterweisen der bestellten Vertreter lässt die Betriebsleiter neben diesen straffällig werden,
während die Ersatzverbindlichkeit aus K.-V.-G. § 50 auch dann das Unternehmen selbst
trifft, wenn die Verletzung der Meldepilicht nicht dem Betriebsleiter selbst, vielmehr blos
diesem beauftragten Vertreter zur Last fällt.

VII.
Die Zukunft des elektrischen Betriebes von Eisenbahnen.1)
Von Professor Dr. Friedrich Vogel in Charlottenburg.
Die ltolle, welche der elektrische Betrieb im Eisenbahnwesen voraussichtlich spielen
wird, hat vor kurzem den Verein für Eisenbahnkunde2) eingehend beschäftigt. Zu dem-
selben Thema liegt mir der Bericht3) über einen Vortrag des englischen Elektrikers Dr.
Edward Hopkinson in Owens College in Manchester vor, welcher einige zahlenmässige
Angaben enthält, welche für unsere Leser interessant sein dürften.
Da ich gelegentlich in „Glasers Annalen für Gewerbe und Bauwesen“ auch einzelne
Vorschläge für elektrische Bahnen gestreift und mich auch anderweitig mit elektrischem
Betriebe zu beschäftigen hatte, so mag es mir gestattet sein, auch meinerseits einige Be-
merkungen hinzuzufügen.
Die in der Besprechung des Vereins für Eisenbahnkunde von Herrn Geheimen Ober-
Baurath Stambke gegebenen einleitenden Ausführungen dürften ziemlich das Wesentliche
wiedergeben, was zu gunsten des elektrischen Betriebes spricht, freilich auch das, was
gegen denselben angeführt werden kann. Wenn der Elektrotechniker daran denkt, die Ge-
schwindigkeiten der Eisenbahnzüge auf das Doppelte und mehr zu steigern, so liegen seine
Gründe wohl auf der Haud. Durch Vervollkommnung des Dynamobaues ist man dahin
gelangt, die schädlichen Verluste im Ankereisen und durch den zeitweiligen Kurzschluss
einzelner Abtheilungen der Ankerwickelung auf ein bescheidenes Maass herabzudrücken.
Die elektrische Arbeit, welche einem Elektromotor zugeführt werden muss, setzt sich
demnach in der Hauptsache zusammen: 1. aus dem Aequivalent für die nutzbare mecha-
nische Energie; 2. der Keibungsarbeit; 3. der Energie, welche nach den Ohm-Jaule-
schen Gesetzen in Wärme umgewandelt wird (Stromverluste). Wenn nun ein Elektromotor
mit einer bestimmten Magnetisirung arbeitet, so entfällt auf die Energie in den Feld-
magneten immer der gleiche Betrag. Ebenso ist der Verlust durch Ohm-Jaule’sche
Wärme constant, wenn die Anzahl der Windungsampere im Anker die gleiche bleibt.

') Mit Zustimmung des Herrn Verfassers und Verlegers aus Glas er’s Annalen für Gewerbe- und
Bauwesen Bd. 34, Heft 3 mitgetheilt. „Auch wir mochten dem Accumulatorenbetriebe noch eine bessere
Zukunft prophezeihen, als dies jetzt vielfach von Elektrotechnikern geschieht.“ Die ltedaction.
2) Annalen für Gewerbe und Bauwesen 1894, Bd. 34, No. 397, S. 1.
3) Industries and Iron 1893, S. 883.
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