Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XIII. Jahrgang.1894

Seite: 75
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DIE BETRIEBSMITTEL DER LOCALBAIIN RHEIN-ETTENHEIMMÜNSTER IN BADEN. 75

zweigungen von diesen dienten, sobald wie in der Schweiz, Schottland u. s. w. Wasser-
kräfte nutzbar gemacht werden könnten. Im Grossen und Ganzen decken sich also die
Ansichten Dr. Hopkinson’s mit den Ergebnissen, welche der Verein für Eisenhahnkunde
aus seiner Besprechung gezogen hat.
Eins möchte ich noch hinzufügen. Die direete Stromzuführung hat im Betriebe von
Strassenbahnen, Grubenbahnen und dergleichen bereits Eingang gefunden und es steht
ausser Zweifel, dass hierin weitere Fortschritte gemacht werden. Der Accumulatoren-
Locomotive möchte ich aber, selbst im Betriebe der Hauptbahnen, nicht jede Aussicht
auf Einführung absprechen. Sie hat wie die Dampf-Locomotive den Vortheil, ihren
Energievorrath mit sich zu führen. Ich meine, dass es wohl möglich ist, dass die Accu-
mulatoren-Locomotive beim Iiangirdienst auf grossen Bahnen gute Dienste leistet. Die
elektrischen Beleuchtungsanlagen auf diesen Bahnhöfen liegen am Tage mehr oder weniger
todt da, das heisst Amortisation und Verzinsung müssen einer verhältnissmäsig kurzen
Betriebszeit zur Last geschrieben werden.
Die Berechnung der Oekonomie der Anlage würde sich wesentlich besser gestalten,
wenn letztere auch am 'Tage, etwa zum Laden von Accumulatoren ausgenutzt würde.
Dazu kommt, dass beim Rangirdienst eine Dampf-Locomotive bei weitem nicht die Last
zu ziehen hat, für welche sie gebaut ist. Im Rangirdienst wird also die Leistung einer
Dampf-Locomotive nur unvollkommen ausgenutzt, beziehungsweise sie könnte kleiner sein.
Freilich werden über die Verwendbarkeit der Accumulatoren zu gedachtem Zweck erst
eingehende praktische Versuche entscheiden können. Wie aber die Elektrotechnik dem
Dampfmaschinenbau neue Aufgaben stellte, welche dieser glücklich gelöst hat, so wird
auch der Accumulatorenbau fortschreiten, wenn ihm an der Hand der Erfahrungen Hin-
weise gegeben werden. Einen guten Anfang hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit der
Accumulatoren beim wiederholten Eisenbahntransport haben die Versuche der Reichspost-
Verwaltung1) bei Beleuchtung ihrer Bahnpostwagen gemacht.

VIII.
Die Betriebsmittel der Localbahn Khein-Ettenlieimmünster in Baden.
Von H. Fromm, Maschinen -Director in Berlin.
(Mit 6 Abbildungen im Texte und einer Lichtdrucktafel IX.)
Die Localbahn Rhein-Ettenheimmünster, welche Mitte Dezember 1893 für den Verkehr
eröffnet wurde, stellt von der Station Orschweier der Badischen Staatsbahnlinie Karlsruhe-
Basel aus einerseits eine Verbindung mit dem Rhein, andererseits mit mehreren am Fusse
des Schwarzwaldes gelegenen Orten her, von denen namentlich Ettenheim als Sitz ver-
schiedener Behörden, des Bezirksamts, Forstamts und eines Realgymnasiums zu nennen ist.
Die Bahn geht von dem als Ausflugsort für Touristen und als Sommerfrische beliebten
Bad Ettenheimmünster ab, berührt die Orte Münchweier, Ettenheim, kreuzt bei Orschweier
die Badische Staatsbalm im Niveau und führt dann über Grafenhausen und Kappel an das
i) Deutsche Verkehrs-Zeitung 1893, No. 45.
Zeitschrift f. Local- u. Strassenhahnen. 1894. *

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