Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XIII. Jahrgang.1894

Seite: 118
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UBER ANLAGE- UND BETRIEBSKOSTEN VON STRASSENBAHNEN

Art muss das für den Betrieb der Kleinbahnen erforderliche Personal zusammengesetzt
sein und lässt sich damit, auch für bedeutende Yerkehrsmengen, ein durchaus exacter und
billiger Betrieb durchführen, wie dies an verschiedenen Stellen durch die Erfahrung nach-
gewiesen ist!
im Uebrigen wird über die zweckmässigste Betriebsorganisation einer Kleinbahn
immer nur von Fall zu Pall entschieden werden können; nur keine Schablone, nur
keine B ureaukr a ti e, weder bei den Personen noch in der Sache, viel-
mehr überall die grösstmöglichste Einfachheit und Sparsamkeit, sowie
inniges Anschmiegen an die gegebenen Verkehrsverhältnisse, das müssen
die leitenden Grundsätze für den Betrieb der Kleinbahnen «sein, wenn dieselben ihren
Zweck in der That auch erfüllen sollen.
Der Betrieb der eigentlichen Kleinbahnen muss möglichst den Charakter und das
Wesen eines grossen Speditionsgeschäftes haben, ohne dabei aber die eisenbahnmässige
Geschwindigkeit, Sicherheit und Pünktlichkeit zu verlieren.
Berlin, im Juli 1894.

XI.
lieber Anlage- und Betriebskosten von Strassenbahnen verschiedener
Tractionssysteme.
Vortrag, gehalten in der V. Versammlung der „Freien Vereinigung
deutscher Strassenbahnen“ am 23. Mai 1894 in Chemnitz.
Von Carl Pieper, Ingenieur, Betriebsdirector der Hamburg-Altonaer Trambahn - Gesellschaft.
Obgleich die Anzahl der elektrisch betriebenen Strassenbahnen sich in Europa in
den letzten Jahren in progressivem Maassstabe vermehrt hat und solche Anlagen auch in
Deutschland heute keine Seltenheit mehr sind, so sind doch zuverlässige, für deutsche
Verhältnisse passende Angaben über die Anlage- und Betriebskosten solcher Unternehmungen
im Vergleich zu Pferdebahnen in der technischen Literatur bis jetzt nur sehr spärlich und
sehr zerstreut autzufinden. Wo solche Notizen gegeben sind, ermangelt es auch meistens
genauerer Angaben darüber, was in den betreffenden Ziffern eingeschlossen und was aus-
geschlossen ist. Da nun diese Frage täglich an Bedeutung und Interesse wächst, so hat
Verfasser es übernommen, theils auf Grund der zerstreut mitgetheilten Ergebnisse aus
thatsächlich bestehenden Anlagen, theils auf Grund eigener Erfahrungen und nach selbst
aufgestellten Kostenanschlägen eine vergleichende Zusammenstellung der Anlage- und
Betriebskosten für beiderlei Anlagen zu entwerfen. Angesichts der neuerdings als con-
currirende Motoren mit aufgetretenen Gasmaschinen ist auch diese Betriebsart in den
Kreis der Betrachtungen einbezogen worden, dagegen können Dampfbahnen und Kabel-
bahnen unberücksichtigt bleiben, weil erstere sich für einen lebhaften Strassen verkehr
grösserer und grosser Städte überhaupt nicht, und letztere nur für rasch entstehende Städte
mit langen geraden Strassenzügen eignen, wie solche in den Vereinigten Staaten überall,
in Europa aber nicht anzutreffen sind.
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