Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XIII. Jahrgang.1894

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MOTORISCHER STRASSENBETRIEB.

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grössten Raddruckes der verkehrenden Fahrbetriebsmittel und bei einer Verminderung der
Schienenhöhe durch Abnützung um 10 mm höchstens 1000 kg pro Quadratcentimeter betragen.
Der Schotterkörper hat in der freien Bahn eine derartige Breite zu erhalten, dass die Ent-
fernung der Geleiseaxe von der zunächst liegenden Oberkante des Schotterbettes stets
mindestens 1,65 m beträgt. Falls in Einschnitten Steinbankette zur Ausführung gelangen,
hat die Entfernung der äusseren Oberkante derselben 1.95 m im Minimum zu betragen.
Die Tiefe des Schotterbettes hat von Schienenunterkante abwärts stets mindestens 0,3 m
zu betragen.
Sämmtliche Stationen sind mit Centralweichenstell- und Sicherungsanlagen zu versehen,
deren Ein- und Ausfahrtssignale mit der Streckenblockireinrichtung in Abhängigkeit zu
bringen sind.
Die Höhe der Ein- und Aussteigeperrone über Schienenoberkante ist mit mindestens
0,5 m zu bemessen, um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern und zu beschleunigen.
Für die Anschaffung von Fahrbetriebsmitteln muss ohne Rücksicht auf die Vertheilung
derselben auf die einzelnen Bahnlinien per Kilometer der gesammteu Bahnlänge mindestens
ein Betrag von 30 400 Gulden verwendet werden.
Jede Locomotive ist mit einer durchgehenden Bremse und einer Handbremse, sowie
mit anmontirbaren Schneepflugscharen zu versehen. Die Locomotiven sind für Coaksfeuerung
einzurichten, deren Construction so zu wählen, dass der Funkenwurf vermieden, die Rauch-
entwickelung1) möglichst vermindert und eine Belästigung durch ausströmenden Dampf und
Rauch, sowie durch Verbrennungsgase thunlichst hiutangehalten wird.
Von den allgemeinen Betriebs-Bestimmungen wäre hervorzuheben, dass für eine ent-
sprechende Durchführung der Leichentransporte nach dem Centralfriedhofe Vorsorge zu
treffen ist, und dementsprechend die Stationen die nöthigen Einrichtungen für den Leichen-
transport erhalten.
Hainfeld, Juni 1894.

XV.
Motorischer Strassenhetrieh.
Von A. v. Horn, Ingenieur, Hamburg.
In der letzten Zeit tritt immer mehr und mehr das Bestreben in den Vordergrund,
den Betrieb von Strassenbahnen anstatt mit Pferden, durch eine mechanische Kraft ver-
richten zu lassen. Diese Versuche haben andere Beförderungsmittel in’s Leben gerufen,
welche mit gutem Erfolge die Beförderung mit Pferden ganz ersetzen können und auch
bereits auf manchen Linien bleibend im Gebrauch sind.
Während das eine wie das andere Motoren-System über das Versuchsstadium noch
nicht hinausgekommen ist, können andere Systeme, welche diesen Zustand bereits über-
schritten haben, wegen der verschiedenen örtlichen Verhältnisse nicht überall in derselben

i) Siehe Langer'scher Rauchverzehrungs-Apparat, Mittheilungen des Vereines für Förderung des
Local-Strassenbahnwesens. Wien 1894, C. Heft, Seite 334. Lehm an n - W e nt z el. Rauchverzehrungs-
Apparat, System Van Hecke, Zeitschrift des österr. Ingenieur und Architecten Vereines 1894. Seite 181.
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