Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XIII. Jahrgang.1894

Seite: 164
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LITERATURBERICHT. -- ALLGEMEINES.

Zur Vervollständigung sei hier noch bemerkt, dass die Anwendung von Leuchtgas
für Motorwagen schon von Anderen versucht worden ist. So sind von Guillieron und
Amrien in Vevey (Schweiz) für die Strecke Neuschatel-St. Blaise Wagen zum Betrieb
mit Kohlengas-Motoren hergestellt, bei welchen sich auf der einen Plattform der Wagen
ein doppelter Motor von 8 P. G. befindet, welcher auf ein unten am Wagenboden be-
festigtes Triebrad wirkt. Professor Gostkowski hat auch diesen Wagen besichtigt,
findet jedoch den von Lührig besser, nur die Abkühlung der Schweizer Wagen schien
ihm empfehlenswerther.
Auf den Strassenbahnlinien in Chicago sind seit längerer Zeit Gasmotoren (System
Cornelli) in Gebrauch, welches System auch in England auf der Bermondsey-Linie der
London-Greenwich Tramway Versuchen unterworfen ist mit dem Erfolge, dass dasselbe
angenommen worden ist.
Von verschiedenen Seiten ist gesagt worden, dass mit den ersten Lührig'sehen
Wagen keine besonders guten Ergebnisse erzielt sind und deshalb denselben keine Zukunft
bevorstehe. Nach späteren Berichten muss es dem Ingenieur Lührig gelungen sein, die
Fehler zu beseitigen und günstigere Ergebnisse zu erzielen. In jedem Falle haben wir
es hier mit einer Erscheinung zu thun, welche die Aufmerksamkeit der Fachmänner in
hohem Grade erregt hat und welche es verdient, dass ihre fernere Entwickelung mit dem-
selben Interesse verfolgt wird.
(Aus dem Wochenblatte: Al Ingenieur No. 2-1 d. J.)

Literaturbericlit.
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a) Allgemeines.
I. Gesetze, Verordnungen und Entscheidungen von Gerichten.
Rechtsfolgen ans der Mitführung leicht entzündbarer Stoffe in Strassenbahnwagen. Als
ein Mangel der bestehenden Polizeiverordnungen betreffend den Betrieb von Strassenbahnen ist es stets
empfunden worden, dass die Strafbestimmungen sich überwiegend nur gegen den Betriebsunternchmer
oder die Betriebsmannschaft richten, dass die Fahrgäste jedoch nicht mit Strafe bedroht zu werden
pflegen, wenn sie den auf Erhaltung der Ordnung. Ruhe und Sicherheit getroffenen Bestimmungen vor-
sätzlich oder fahrlässig zuwiderhandeln. Einige diesen Uebelstand besonders zeigende Fälle, gegen deren
Verübung durch Fahrgäste die Betriebsunternehmer zur Zeit schutzlos dastehen, während für sie wirth-
schaftliche Nachtheile in Form von Haftpflichts- und Schadensersatzansprüchen jedenfalls nicht ganz aus-
geschlossen sind, sind mitgetheilt und besprochen in der (Zeitschr. f. Transportw. 1894, S, 57.)
Rio mutlimaassliclie Lebens- und Erwerbsdauer in ihrem Einflüsse auf Begrenzung der
Haftpflichtrente. Die Pflicht zur Unterhaltung der Hinterbliebenen eines Verunglückten dauert nach
dem Gesetz nur für die Zeit der ohne Eintritt des Unfalles muthmaasslichen Lebensdauer des Getödteten
und keineswegs für die Lebensdauer der Hinterbliebenen. Danach ist bisher der Rentenanspruch
der hinterlassenen Wittwen begrenzt worden; das Ende des Rentenbezugrechtes der Kinder ist aber ge-
wöhnlich auf den Zeitpunkt festgesetzt worden, in welchem die Kinder zum eigenen Erwerb befähigt sein
würden. Auf diesen Widerspruch macht der Aufsatz aufmerksam.
(Zeitschr. f. Transportw. 1894, S. 143.)
Entscheidung des Kammergerichts betreffend den Verkehr auf Strassenbahnen. Dem
fahrenden Publikum ist es in der Regel zur Pflicht gemacht, den Fahrpreis beim Besteigen des Wagens
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