Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XIII. Jahrgang.1894

Page: 173
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BETRIEBSMITTEL.

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Elektrizität findet ausnahmslos Anwendung Lei elektrischen Bahnanlagen, Gasbeleuchtung bei Kabelbahnen.
Kosten bei allen 3 Arten fast gleich. Weiteres siehe (Zeitschr. f. Transportw. 1893, S. 548.)
Heizung (1er Pferdebahnwagen in Hamburg. Für jeden Sitz ist im Fusshoden ein Wärmkasten
aus verzinktem Eisenblech mit durchlöcherten Wänden eingelassen. Im Kasten hängt ein Sieb aus Eisen-
draht zur Aufnahme von Glühkohlen nach dem Patent Martin der deutschen Glühstoff-Gesellschaft in
Dresden. Die Kohlen sind Würfel von 2,5 cm Seitenlange und glühen etwa 2 Stunden. Eine Entwicklung
schädlicher Gase findet heim Verbrennungsprocess nicht statt.
(Zeitschr. f. Transportw. 1893, S. 556.)
Versuch der Wagenheizung durch Motorrheostate. Ausgeführt von der Pferdebahngesellschaft
zu Camden (New-Yersey), um den Nutzen der hei der Rheostatregelung erzeugten Wärme für die Wagen-
heizung festzustellen. Bei einem im Laufe befindlichen, unbesetzten Wagen, dessen Thüren geschlossen
gehalten wurden, stieg die Innenluft um 3,5° C, während die Aussenluft 30° C. betrug. Die erzeugte
Wärme reicht also hierfür nicht aus.
(Zeitschr. f. Transportw. 1893, S. 576. — Zeitg. d. Vereins D. Eisenb.-Venv. 1893, S. 885.)
Amerikanische Sclineepfliige. In einer Abtheilung seines Aufsatzes „Das Verkehrswesen auf der
Weltausstellung in Chicago“ führt Herr Dr. Kollmann zwei Schneepflüge für Eisenbahnen vor.
Iler erste, von Rüssel construirte hat den Vorzug der Einfachheit und des billigen Betriebes. Seine
Wirkungsweise, welche durch Zeichnung näher erläutert wird, besteht in der Theilung der Schneemassen
durch eine untere wagerechte und eine obere senkrechte scharfe Schneide. Er beseitigt Schneeverwehungen
bis 4m Höhe in einer Breite von fast 5m. — Der zweite Pflug ist eine Rotationsmaschine, deren wich-
tigster Constructionstheil das durch Pressluft betriebene verbesserte Rotary-Rad ist mit seinen hohlen,
conisch gestalteten Schöpfrädern und selbstthätig umsteuerbaren Schneidblättern, hei dessen Anwendung
es nicht nur unmöglich ist, dass sich das Rad durch Schnee in irgend einer Art festsetzt oder verstopft,
sondern auch der Reihungswiderstand des Schnees bedeutend vermindert wird. — Den Schluss bilden Mit-
theilungen über die Art und Weise der Schneebeseitigung von den Gleisen der elektrischen Strassen-
bahnen durch elektrische Schneefeger mit schräg gestellten, rotirenden Bürsten von 1,0m Durchmesser
(System Lewis & Fowler.) (Mit Zeichnungen. Zeitschr. d. Vereins D. Ing. 1893, S. 1223.)
Erprobung einer Schneeschaufelmaschiue bei Görlitz. Zu dem Zweck war ein ca. 100 m
langer, 2 m hoher Schneedamm auf einem Nebengleise künstlich aufgeworfen worden. Der Damm hatte
durch mehrtägiges Lagern eine derartige Festigkeit erlangt. dass man von aussen ohne Anwendung von
Gewalt mit der Schaufel nicht einzudringen vermochte, zudem war er noch mit Kies und Steinen durch-
setzt. Die 40t schwere Maschine, deren Hauptconstructionstheil das mit Dampf betriebene Kreiselrad
ist, wurde von 2 Locomotiven geschoben, eine dritte lieferte den Dampf zum Betrieb der Schneeschaufeln.
Geschwindigkeit 0,64—0,60 km in dev Stunde; Entfernung bezw. Höhe, bis zu welcher der Schnee geschleudert
wurde, im Mittel 30 m bezw. 8 m. (Civilingenieur 1893, S. 482.)
Strassensprcngwagen auf den elektrisch betriebenen Strassenbahnlinien beabsichtigt man in
Brooklyn einzuführen. Dieselben sollen als geschlossene Wagen mit einem Tank von 11 cbm Fassungs-
vermögen gebaut werden. Die Flächen seitwärts der Gleise sollen durch durchlöcherte Rohre und die
Flächen innerhalb der Gleise durch unter den Wagen angebrachte Rohre gesprengt werden. Kurze Mit-
theilung. (Zeitschr. f. Transportw. 1893, S. 555,)
Elektrische Locomotive von Heilmann. (Vergl. 1894, S. 112.) Beschreibung derselben mit
Abbildungen s. auch (Dingler’s polytechn. Journal 1894, Bd. 291, S. 276.)
Locomotive mit gekuppelten lenkbaren Achsen und Ausgleichung der Radbelastungen an
den Endachsen (Patent Klien-Lindner). Dieselbe soll hei Neben- und Localbahnen, insonderheit
bei Schmalspurbahnen mit starken Steigungen, scharfen Curven und einem zumeist leichten Ober- und
Unterbau die jetzt gebräuchlichen Locomotiven ersetzen, welche der beschränkten Radbelastung halber
nicht den hinsichtlich der Zugkraft, sowie Schonung des Gleises und der Radreifen zu stellenden An-
sprüchen genügen. Beschreibung und Abbildungen. (Zeitschr. f. 'Transportw. 1894, S. 164.)
Die Strassenlocomotiven auf der Weltausstellung in Chicago. Beschreibung und Abbildungen s.
(Gön. civ. 1894, S. 201.)
Locomotivkcssel von Mnlaiu. Die Feuerbüchse hat, um die Heizfläche zu vergrössern, wellen-
förmig eingebeulte Wände. (Mit Abbild. Industr. and Iron. 1894, S. 80.)

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