Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XIV. Jahrgang.1895

Page: 18
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/Zb-2423-14-1895/0028
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
18

Vlir. GENERALVERSAMMLUNG DES INTERNATIONALEN PERMANENTEN

Theile in ihm beseitigt werden und dass ferner der dabei gehabte Kostenaufwand meist erst
später rechnungsmässig ermittelt und durch Zahlung getilgt wird. Ausserdem würde
dann für die im letzten Jahre entstandene und von dem Erwerber der Bahn, welcher sie
vorbehaltsgemäss in untadelhaftem Zustande beanspruchen darf, verlangte Ausbesserung
aus dem Grundvermögen zu tragen sein, wozu solches nicht bestimmt ist.
Endlich ist zu berücksichtigen, dass dem Betriebsunternehmer doch nicht zu ver-
wehren ist, die Unterhaltung des Bahnkörpers in baulichen Würden und dessen spätere
Erneuerung schon vorweg einem Werkmeister gegen ein bedungenes Pauschale zu über-
tragen, welches in jährlichen gleichmässigen Theilzahlungeu im Voraus zu erlegen sein
würde, wie dies z. B. die Stadtgemeinde Berlin bezüglich der Pflasterunterhaltung thut.
Bei Wahl dieser Vergebung würde dem zu zahlenden Jahrespauschale die Natur einer
steuerfreien Betriebsausgabe nicht zu versagen sein. Warum sollen nun die Kiicklagen
zum Aufbringen der Selbstausführungskosten hinsichtlich der Steuerpflichtigkeit eine andere
Behandlung erfahren dürfen?
Biese Erwägungen werden dahin zu führen haben, dass für Kücklagen in den Er-
neuerungsfond höchstens insoweit die Steuerfreiheit beanstandet werden darf, als die Ein-
stellungsziffer die erfahrungsgemässe Gebrauchszift'er übersteigen, nämlich so hoch gegriffen
sein sollte, dass muthmaasslich der Pond während der Dauer des Bahnunternehmens nicht
voll verbraucht werden kann, sondern einen üeberschuss liefern müsste. Erst dieser
würde eine Kapitalsvermehrung herstellen, weshalb sein Aufbringen keine Steuerfreiheit
geniessen darf.

1Y.
VIII. Generalversammlung des Internationalen permanenten
Strassenbahnvereins in Köln.
Von H. Fromm, Maschinen-Director in Berlin.
Den offiziellen Sitzungen des Vereins ging ein Ausflug in das industriereiche Bergische
Land zur Besichtigung der dortigen interessanten Dampf- und elektrischen Bahnen voraus.
Ein Extrazug der von der Localbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Hostmann & Co.
gebauten schmalspurigen Wermeiskirchen-Burger-Eisenbahn führte die Tlieil-
nehmer des Ausfluges zunächst zur Thalsperre bei Remscheid; sodann ging es zu der von
der Elektricitäts-Gesellschaft Union erbauten Remscheider elektrischen Strassen-
bahn, deren Einrichtungen, Betrieb und gediegene Ausführung allseitig grösstes Interesse
erregten. Diese Bahn, welche auf ihren Linien Steigungen bis zu 1:9,4 aufweist und über-
haupt nur eine horizontale Strecke von 50 m Länge hat, ist mit Oberleitung nach dem System
Thomson-Houston eingerichtet. Auf der Centralstation befinden sich drei 150pferdige
Dampfmaschinen, welche den elektrischen Strom von 500 Volt Spannung mittelst dreier
Dynamomaschinen von je 100 Kilowatt erzeugen. Die Kessel sind Steinmiiller’sche
Röhrenkessel mit freiliegendem Oberkessel und 120 qm Heizfläche. Für den Betrieb ge-
nügen 2 Maschinen und Kessel, so dass ein ganzes System in Reserve bleibt. Die Con-
tactleitung ist in 7 Theile getrennt, von denen jeder einzelne im Nothfall stromlos gemacht
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list