Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XIV. Jahrgang.1895

Page: 32
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/Zb-2423-14-1895/0042
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
32

DIE ELEKTRISCHE ZAHNRADBAHN AUF DEN MONT SALEVE.

6. Die Uebertragung der Motorenbewegung auf die Wagenachsen muss verbessert
werden. Es ist nicht nur ein geräuschlos arbeitender Machanismus nöthig,
sondern auch ein widerstandsfähigeres Material anzustreben, welches nicht so
starkem Verschleiss ausgesetzt ist, wie die jetzt üblichen Zahnräder.
7. Es muss für einen vollkommenen Abschluss der Wagenmotoren und des Kraft-
übertragungsmechanismus gegen Staub und Feuchtigkeit gesorgt, dabei aber
gleichzeitig die Zugänglichkeit der Haupttheile gewahrt werden. Die bisherigen
Constructionen lassen hierin manches zu wünschen übrig.
8. Der Wagen muss bequem durch eine einzige Kurbel zu steuern und zu bremsen sein.
9. Die Beleuchtung des inneren Wagens, der Perrons und der Signallaternen muss
durch die elektrische Stromzuführung erfolgen. Bei etwaigen Störungen muss
ein Reserveaccumulator auf dem Wagen einspringen.
10. Das Anfahren der Wagen muss ohne Geräusch und ohne Stoss erfolgen.
11. Die durch Anfahrwiderstände, durch Bremsung und auf Gefällfahrten verloren
gehende elektrische Energie muss nach Bedarf zur Wagenheizung nutzbar ge-
macht werden können.
12. Ernsthaft störende oder schädliche Einflüsse auf Gas-, Wasser-, Telephon- oder
Telegraphenleitungen sind zu vermeiden. Insbesondere sind noch bessere Schutz-
mittel gegen die Berührung der Starkstromleitung mit Telephon- odor Tele-
graphenleitungen wünschenswerth.
Dem so überaus regen Schaflensgeist unserer Elektrotechniker wird es nicht schwer
fallen, obiges Programm, von dem vielleicht einzelne Nummern zur Zeit noch auf technische
Schwierigkeiten stossen, in einigen Jahren ganz zu erfüllen. Hoffen wir, dass uns bei der
nächsten Versammlung des Vereins wieder über erfreuliche Fortschritte auf diesem Gebiet
berichtet werden kann.
Berlin, im September 1894.

Y.
Die elektrische Zahnradbahn auf den Mont Saleve.
Von A. v. Horn, Hamburg.
Engineering bringt in den Nrn. vom 9. und 23. März, 6. und 20. April einen sehr
lesenswerthen Artikel über obengenannte Lokalbahn bei Genf. Obschon auf verschiedene
Fehler in der Anlage dieser Bahn gewiesen werden kann, so erscheint eine Wiedergabe
doch von Interesse, wobei wir uns auf die Hauptsachen beschränken.
Die Linie besteht aus 3 Sektionen, von welchen 2 nach einem Vereinigungspunkt
— Monnetier Jonction — führen, während die dritte von hier nach der Spitze des Mont
Saleve führt. Die erste Sektion von Etrembieres nach Monnetier ist 3 km lang und besitzt
eine Steigung von 250 m, mit Steigungen von 10 bis 25 °/0, die zweite von Veyrier nach
Monnetier hat eine Länge von 3 km, eine Steigung von 230 m und Steigungen von 20 bis
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list