Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XIV. Jahrgang.1895

Seite: 34
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DIE ELEKTRISCHE UNTERGRUNDBAHN IN BUDAPEST.

als aber die Störungen in den Telegraph- und Telephonleitungen nicht ausblieben, wurde
die Direktion von Seiten der Regierung gezwungen, die gewöhnlichen Vorsichtsmaassregeln
zu ergreifen und für eine genügende Rückleitung des Stromes zu sorgen; die Induktions-
Erscheinungen blieben seitdem aus.
Die Motorwagen können 44 Personen aufnehmen, sind 8,5 m lang und ruhen auf 3
Achsen. Die beiden Kader der mittleren Achsen wie ein Rad jeder der äusseren Achsen
haben keine Flanschen; die Wagen werden ausschliesslich durch 2 Satz Zahnräder, welche
in die Zahnstangen eingreifen, fortbewegt. Diese Zahnräder sind auf 2 besonderen Achsen
befestigt, worauf ein Paar andere Räder sitzt, welche nochmals mittels einer Zwischen-
achse schliesslich durch die Motoren bewegt werden. Diese Einrichtung, welche nicht
weniger als 9 Achsen erfordert, ist sehr complicirt und wiegt nicht weniger als 74 kg per
Kilowatt, während es sehr wohl möglich ist, eine solche Uebertragung herzustellen, welche
nur ein Gewicht von 50 kg per K. W. hat. Die beiden Motoren, welche hintereinander
gekuppelt sind, vollführen bei einer Geschwindigkeit des Wagens von 6 km in der Stunde
600 Umdrehungen. Das Gewicht des Wagens von 14t ist vertheilt wie folgt: Wagen-
kasten und Untergestell 4,4t, Motoren und Uebertragung 6t, 44 Personen, Bedienung
und Gepäck 3,6 t.
Ausser der elektrischen Bremse, bestehend aus den beiden Motoren, welche dann
als Dynamo’s wirken, ist jeder Wagen mit 4 starken Handbremsen versehen, 2 auf jeder
Plattform; diese bestehen aus Bremstrommeln an der Aussenseite der Wagen auf den
Motorachsen. Besser wäre es gewesen, wie es gegenwärtig auch immer der Pall ist,
die Bremstrommeln auf den Achsen der auf die Zahnstangen wirkenden Räder anzubringen.
Der Nutzeffekt der Linie beträgt 52 °/0, die verschiedenen Verluste sind:
in den Primair-Maschinen.10 °/0,
in den Feeders und der Kontaktleitung .... 12 °/0,
in den Motoren und der Uebertragung .... 26 °/0,
wü.
Wochenblatt „de ingenieur“ No. 41 d. J.

VI.
Die elektrische Untergrundbahn in Budapest.
Von A. v. Horn, Ingenieur in Hamburg.
Während man in Wien noch immer untersucht, wie eigentlich dem Bedarf an Verkehrs-
mitteln zu begegnen ist, hat man in Budapest in der Lösung dieser Frage einen grossen
Schritt vorwärts gethan und zwar mit einer Energie und einer Schnelligkeit, welche auch
sonst als Vorbild dienen können. Hat Budapest bereits im Vergleich mit Wien insofern
einen grossen Vorsprung gehabt, als man daselbst die Ueberfüllung von Tramwagen nicht
kennt, indem die Zeit zwischen 2 aufeinander folgenden Wagen sehr gering ist, als ferner
Budapest bereits seit 3 Jahren ein Netz von elektrischen Trambahnen hat mit einer
Gesammtlänge von 9 km und dadurch als eine der ersten in die Reihe der grossen Städte
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