Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XIV. Jahrgang.1895

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STRASSEN- UND LOCALBAHNWESEN IN DEN DEUTSCHEN STÄDTEN.

stehen, von selbst in Wirksamkeit und beim Ausfahren aus den Haltestellen ausser Wirk-
samkeit tritt.
Die Namen der Haltestellen werden durch Tafeln bekannt gemacht, über den Schiebe-
thüren der Zwischenwände so angebracht, dass sie von allen Wagenabtheilungen aus
sichtbar sind. Auf diesen Tafeln wird beim Ausfahren aus einer Haltestelle selbstthätig
der Name der folgenden Haltestelle erscheinen, sodass also die Reisenden nicht allein
wissen, wo sie sich befinden, sondern auch geuöthigt werden, sich zeitig vor dem Still-
halten an der Haltestelle, wo sie aussteigen wollen, nach der Ausgangsthür des Wagens
zu begeben.
Die Aussentlniren des Wagenkastens sind zweitheilige Schiebethüren, welche in die
Wände des Wagens eingeschoben werden, somit in geöffnetem Stande weder nach aussen
noch nach innen vortreten. Die an der Seite des zweiten Gleises vorhandenen Thüren
werden vor Antritt der Fahrt durch das Verstellen der Sitzbänke während der ganzen
Fahrdauer versperrt, sodass unmöglich jemand nach der Seite des zweiten Gleises hin den
Wagen verlassen kann. (Wochenblatt „de ingenieur“ No. 47 d. J.)

VII.
Strassen- und Localbalmwesen in den deutschen Städten.
Nach Neefe’s statistischen Tabellen bearbeitet von Dr. Karl Schaefer in München.
(Nachdruck verboten.)
Wir entnehmen dem von Neefe herausgegebenen statistischen Jahrbuch deutscher
Städte, von welchem soeben der dritte Jahrgang erschienen ist, folgende interessante Daten.
Was die Strassenbahnen betrifft, so hat sich deren Wagenmaterial seit dem Jahre 1890
fortgesetzt nicht unbedeutend vermehrt. Es verkehrten in Deutschlands verkehrsreichsten
Städten schon gegen Ende 1890 viertausend Pferde- und Dampfbahnwagen, deren Zahl
heute wohl das fünfte Tausend erreicht, wenn nicht überschritten haben dürfte. Die Zahl
der Pferde belief sich bereits 1890 auf nahezu 17 000 Stück; seit den letzten vier Jahren
dürfte aber diese Zahl um mehrere Tausend zugenomineu haben. Strassenlocomotiven gab
es im Jahre 1890 im Ganzen etwas mehr als 140 in deutschen Städten, davon entfielen
allein auf Berlin einschliesslich der Vororte 42 Locomotiven.
Frankfurt a. M. war eine der ersten Städte, welche neben den mittelst Pferden und
Dampf getriebenen Strassenbahnen auch elektrische Strassenbeförderung einführte. An
Personen werden mittelst Strassenbahnen in Deutschland circa fünfhundert Millionen
(1890 = 366,50 Millionen) beute befördert. Die Zahl derjenigen Personen, welche sich
innerhalb der Städte mittelst Strassenbahnen oder Omnibussen befördern lassen, steigt mit
jedem Jahr und ist fortwährend, man kann sagen Tag für Tag, im Wachsen begriffen.
Der Zuwachs beziffert sich z. ß. in Berlin auf mehrere Millionen Menschen pro Jahr. Die
grösste räumliche Ausdehnung der Strassenbahnen weist Berlin auf, das bereits im Jahre 1890
eine 265 Kilometer betragende mit Geleisen versehene Gesammtstrecke zu verzeichnen batte,
welche gegen Ende 1890 auf 303 Kilometer gewachsen war; auf dieser Gesammtstrecke
verkehrten allein 1151 Wagen mit 6194 Pferden, welche zusammen eine Weglänge von

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