Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XIV. Jahrgang.1895

Seite: 76
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76 BREMSVORRICHTUNG MIT SELBSTÄTHTIGER NACHSTELLUNG DER BREMSKLÖTZE.

XIII.
Bremsvorrichtung mit selbstthätiger Nachstellung der Bremsklötze.
Von H. & W. Pataky, Patentbureau, Berlin.
Bei einer Bremsvorrichtung handelt es sich vor allem darum, dass sie bequem und
mit möglichst geringem Kraftaufwand zu handhaben ist und mit grösster Sicherheit
functionirt. Diese Vorzüge finden wir in reichstem Maasse in der neupatentirten Brems-
vorrichtung von Hecht, Rasche und Krug vereinigt.
Von allen anderen Vorrichtungen dieser Art unterscheidet sie sich aufs Vorteil-
hafteste dadurch, dass die bisherigen Bremsvorrichtungen mit Ausnahme der pneumatischen
entweder durch eine Kurbel oder durch einen Hebel functioniren. Bei Anwendung der
Kurbel war man genötigt, um die Todtstellung der Kurbelachse zu überwinden, seine
Stellung zu ändern, was im Falle einer Gefahr, wie z. B. an Wagenbremsen, beim Durch-
gehen der Pferde besonders nachteilig war. Erst recht war dies aber bei Anwendung des
Hebels der Fall; übrigens hat die Erfahrung gelehrt, dass selbst bei gut construirten
Hebelbremsen zahlreiche Unglücksfälle in Folge des zurückschlagenden Hebels h'ervor-
gerufen werden. Alle diese Nachteile werden durch die eigenartige Construction der
Bremsvorrichtung von Hecht, Rasche und Krug sehr geschickt vermieden. Die Kraft
zur Betätigung der Bremse wird nämlich in der Weise eingeleitet, dass ein Band von
einer grossen Trommel abgezogen und diese hierdurch in Umdrehung versetzt wird. Diese
Umdrehung überträgt sich auf eine kleinere Trommel, die ihrerseits ein zweites Band aut-
wickelt, welches das Bremsgestänge angreift. Das Bremsgestänge setzt aber nicht
unmittelbar die am Bremsradumfang angr.eifenden Bremsklötze in Thätigkeit, sondern
zunächst eine eigenartig construirte Nabenbremse, die derartig eingerichtet ist, dass sie
unabhängig von der Drehung des Rades functioniren kann, was bisher noch von keiner
Nabenbremse erreicht worden ist. Durch Vermittelung der Nabenbremse werden dann die
auf den Radumfang wirkenden Bremsklötze in Thätigkeit gesetzt und ist es ein weiterer
Vortheil der neuen Erfindung, dass der Radumfang von mehreren Seiten gleichzeitig ge-
bremst werden kann, was besonders bei Eisenbahnfahrzeugen höchst erwünscht ist. Ausserdem
erblicken wir noch eine sehr sinnreiche Verbesserung darin, dass der Kraftweg d. h. die
Länge des abzuziehenden Bandes automatisch constant gehalten wird, wodurch ein Ver-
kürzen der Bänder bei abgelaufenen Bremsschuhen etc. absolut ausgeschlossen ist.
Die hochbedeutende Erfindung ist bereits in den meisten Culturstaaten patentirt,
ausser in Deutschland noch in Oesterreich, Ungarn, England, Frankreich, Belgien, Schweiz,
Italien und Canada. Ausserdem ist sie in Dänemark, Russland und Amerika zum Patent
angemeldet. Wir können nur alle Interessenten nachdrücklich auf diese für den Verkehr
höchst wichtige Erscheinung aufmerksam machen.
Das Patentbureau von H. & W. Pataky, Berlin, Luisenstrasse 25, ist zu näherer
Auskunft gern bereit.
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