Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XIX. Jahrgang.1900

Page: 48
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48 DIE ENTWICKELUNG DRE STRASSEN-VERKEHRSMITTEL DER STADT BERLIN.

Reparaturen von dem Untergestell abgehoben und letzteres weggefahren werden, wodurch
alle bewegenden Theile vollkommen zugänglich werden.
Die Kraftstation besteht aus Kesselhaus und Maschinenraum. Ersteres enthält drei
grosse Wasserrohrkessel (System Galloway) von 60 qm Heizfläche und 10 Atm.-Normal-
spannung. Die Speisung erfolgt durch zwei Dampfpumpen. Speisungen und Dampf-
leitungen sind doppelt angelegt. In dem Maschinenraum sind drei verticale Verbund-
maschinen von 130'—170 effect. HP aufgestellt, jede mit einem Injector ausgerüstet und
direct mit Innenpol-Dynamos gekuppelt, die für eine Maximalspannung von 600 Volts
berechnet sind.
Der Wagenschuppen hat eine Oberfläche von 1500 qm und besteht aus drei Theilen.
Der erste Theil ist unterkellert für die tägliche Wagenrevision, der zweite Theil ist nicht
unterkellert und dient als Wagenraum, der dritte Theil ist als Werkstätte eingerichtet,
deren Drehbänke u. s. w. durch einen elektrischen Motor getrieben worden und deren
Geleise unterkellert sind. H.

IV.
Die Entwickelung der Strassen-Yerkehrsmittel der Stadt Berlin.
Von Max Meyer in Hamburg.
(Nachdruck verboten.)
Den gewaltigen und schnellen Entwickelungsgang, welchen das Pferde- und Strassen-
bahnwesen während des ersten Viertel-Jahrhunderts seines Bestehens in Deutschland
genommen hat, illustrirt wohl zur Genüge die Thatsache, dass in diesem Zeitraum über
3 Milliarden Passagiere durch die Pferdebahn befördert und hierfür an Fahrgeld rund
400 Millionen Mark eingenommen worden sind. Einen noch weit grösseren, alle Er-
wartungen übertreffenden Verkehrs-Aufschwung hat alsdann die wenige Jahre darauf
erfolgte Einführung des elektrischen Betriebes auf den Strassenbahnen mit
sich gebracht. Hiermit hat erfreulicher Weise eine Aufwärtsbewegung in der
finanziellen Prosperität der Strassenbahnen gleichen Schritt gehalten. Das
schnelle Anwachsen der Bevölkerung der Städte, sowie der stetig zunehmende Fremden-
verkehr, welch’ letzterer namentlich den grossen Städten zu Gute gekommen ist, haben
eine ganz grossartige Steigerung der Personen-Beförderung mittelst der Strassenbahnen im
Laufe der jüngsten Jahre zur Folge gehabt.
In Berlin, der neuen Reichshauptstadt, machte sich naturgemäss angesichts des
rapiden Anwachsens der Bevölkerung andauernd am meisten das Bedürfnis nach Förderung
der Strassen-Verkehrsmittel geltend. Aber soviel man auch Anstrengungen machte durch
Vermehrung, Ausdehnung und Verbesserung des Betriebes den Wünschen des fahrenden
Publikums nach Möglichkeit Rechnung zu tragen, so haben die bestehenden Verkehrs-
mittel sich bis zum heutigen Tage noch immer als unzureichend erwiesen. Neuerdings
hat man nun auch in Berlin mit dem Bau elektrischer Hoch- und Untergrundbahnen
begonnen, um die so nothwendige Entlastung der Hauptstrassen herbeizuführen.
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