Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XIX. Jahrgang.1900

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BESPRECHUNGEN.

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Dr. E. Freund, Handausgabe des Invalidenversicherungsgesetzes vom
13. Juli 1899, Berlin 1899. J. J. Heine’s Verlag, 165 S. (2 M).
Die weitgehenden Aenderungen des Invalidenversicherungsgesetzes haben die bis-
herigen Ausgaben werthlos gemacht. Der vorliegende kleine Kommentar hebt die
Neuerungen im Wortlaut durch den besonderen Druck hervor und gibt — dem praktischen
Bedürfnisse nichtjuristischer Kreise entsprechend — nur kurze gemeinverständliche Er-
läuterungen zu den einzelnen Paragraphen. Von mustergültiger Klarheit und Verständlich-
keit ist die Einleitung S. 1—17, welche den Inhalt, Zweck und die Bedeutung des Ge-
setzes erörtert.
Mülhausen i. E. W. Co er mann, Amtsrichter.

Besprechungen.
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Die Jungfraubahn. Elektrischer Betrieb und Bau. Mit einem ersten Preis ge-
krönte Eingabe auf die internationale Preisausschreibung zur Erlangung von
Entwürfen für die Anlage der Jungfraubahn. — Mit 1 Titelbild, 7 Tafeln und
7 Textfiguren. — Von C. Wüst-Kunz und L. Thormann, Ingenieure der
Maschinenfabrik Oerlikon. — Zürich, Art. Institut Orell Füssli. 1898.
Die Ausführungen der vorliegenden Schrift sind von besonderem Werthe, denn nach
den Vorschlägen der beiden Verfasser findet in der That der Betrieb auf der eröffneten
Theilstrecke der Jungfraubahn statt. Als elektrische Betriebsweise steht jene der ober-
irdischen Stromzuführung mit Schleifberührung in Verwendung, wobei die Laufschienen der
Bahn entsprechend mitbenutzt werden. AVas die Stromart anbelangt, so stellen AArü s t und
Thormann zwei Entwürfe auf, einen für Gleichstrom und einen für Drehstrom und legen
der Berechnung einen Verkehr von 4 Zügen in Stationsentfernung von Scheidegg und
Mönchjoch und von 2 Zügen zwischen Mönchjoch und Jungfrau, also zusammen von sechs
Zügen mit 300 Personen bergwärts fahrend zu Grunde; die durchschnittliche Fahr-
geschwindigkeit ist mit 7 km in der Stunde auf der Steigung von 250°/oo angenommen.
Für den Verkehr biingen sie Selbstfahrwagen mit 50 Sitzplätzen und 19 Tonnen Dienstgewicht
wovon 7 Tonnen auf die elektrische Ausrüstung und 4 Tonnen auf die Keisenden mit
Gepäck entfallen, in Vorschlag. Unter Annahme eines Rollwiderstandes von 20 kg für
eine Tonne, einer Nutzwirkung des Motors von 0,70 beträgt die Motorenleistung 156 Pferde-
stärken (effektiv) und ihre Ladung 140 Kilowatt. Zu dem Vorschläge der Verwendung
eines Selbstfahrwagens gab besonders die Rücksichtnahme auf den Zahnstangenbetrieb
Veranlassung, weil dieser eine möglichst grosse Belastung der Zahnradachsen erfordert,
die dadurch erreicht wird, dass man die Nutzlast soviel wie möglich zur Theilnahme an
der Belastung der Antriebsachsen mit heranzieht. Nach diesem Grundsätze ist der Motor-
wagen gebaut, den die beiden Verfasser ausführlich beschreiben.
Bei der Erörterung der beiden Entwürfe für Gleichstrom und Drehstrom wird auch
der elektrische Aufzug, der die Reisenden die letzten 66 m auf den Gipfel der Jungfrau
heben soll, besprochen. Dieser Aufzug beruht auf dem Grundsätze, dass der bewegende elek-
trische Motor auf der Lastbühne selbst angebracht ist und der überwachende Führer selbst
mitfahren muss, das Fahrzeug also ein selbsttbätiges ist und die Anwendung von Seilen ent-
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