Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XXI. Jahrgang.1902

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BERGBAHNEN DER SCHWEIZ IilS 1000.

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die Wegebenutzungszustimmung mit der Wirkung befristen zu dürfen, dass die Bahn-
aufsichtsbehörde bei Bemessen der Genehmigungsdauer daran gebunden sei, sucht man auch
vergeblich in den Materialien und den Landtagsverhandlungen nach einer auf Gewährung
dieses Rechtes ahzielenden Willensäusserung, sprechen endlich gewichtige Gründe politischer
oder wirtschaftlicher Natur gegen das Bestehen einer solchen Absicht, so wird man nicht
umhin können, zu dem Ergebnisse zu gelangen, dass die Bahnaufsichtsbehörde bezüglich
der Genehmigungsdauer in der freien Selbstbestimmung nicht beschränkt und insbesondere
nicht gezwungen ist, sich dem AVillen der Wegeunterhaltungspflichtigen unterzuordnen.

III.
Bergbahnen der Schweiz bis 1900.
Von E. Strub, Montreux.
II. Keine Zahnradbahnen.
II. Constructionsvcrhältnisse.
Wasserwerkalllagen.
(Fortsetzung von Heft 3, Seite 169. Jahrgang 1901.)
An der Gornergratbahn liefert der vom Findelen-Gletscher kommende Findelenbach
die erforderliche Betriebskraft. Die Kraftstation wurde bei 2 km rechts und etwa 30 m
tiefer als die Bahn am linken Ufer des Findelenbac’nes angelegt. Da das Zugsgewicht
28 t beträgt, so sind auf 20°/0 Steigung bei 2,0 Sec./m Fahrgeschwindigkeit 160 PS. er-
forderlich. Der Verlust durch Räderübertragung ist zu 2,0 PS. angenommen, mithin sind
insgesammt 180 PS. Tractionskraft nothwendig. Die Lieferanten der elektrischen Anlage
Brown, Boveri & Cie. bestimmten sodann 91 °/0 Wirkungsgrad der Motoren, 85°/0 der
vollbelasteten Contactleitung, 96 °/0 der Transformatoren, 95 °/0 der vollbelasteten Speise-
leitung und 92 % der Generatoren. Sonach fordert ein Zug 255 PS. Betriebskraft. Ent-
sprechend diesem Kraftbedarf wurden die Maschineneinheiten in der Centrale zu 250 PS.
gewählt und drei complette Einheiten aufgestellt, wovon die Dritte als Reserve dient. Es
sind also in der Centrale 750 PS. verfügbar. (Fig. 141—145).
Der etwa 180 m lange Leitungscanal ist an steiler Felswand eingesprengt, zu %
der Länge offen und % in Stollen geführt. Am Ende desselben wurde ein Reservoir mit
Schlammsammler' angelegt und mit einer Entleerungsschütze versehen. Die Druckrohr-
leitung zu den Turbinen hat 200 m Länge, ein Gefäll von 67% und einen Durchmesser
von 0,90 m, der eine Durchflussgeschwindigkeit bis 1,0 Sec./m gestattet. Das nutzbare
Gefäll beträgt 100 m, die Wassermenge 1000 Sec./l.
Zeitschrift f. Local- u. Strassenbalmen. 1902.

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