Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XXI. Jahrgang.1902

Seite: 67
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YI.

Betriebsergebnisse der verlegbaren Bahnen ohne Lang- oder
Querschwellen in den Staatswaldungen der Oberförsterei Schirmeck.
System Bier au, patentirt in Deutschland, Oester reich- Ungarn
und England.
Mitgetlieilt von Kaiserl. Forstmeister Bierau in Schirmeck.
Die seither gebräuchlichen verlegbaren Bahnen, (Jochsystem), haben sich bei stärker
beanspruchten Anlagen, z. B. in der Forstwirtschaft nicht bewährt und deshalb nur ganz
wenig Eingang gefunden. Auch haben die grossen Unternehmer dort, wo der Locomotiv-
betrieb eingeführt werden musste, sich klugerweise auf das Jochsystem nicht eingelassen,
oder es wieder bei Seite gelegt, nachdem das Lehrgeld bezahlt war. In den hiesigen
Forsten hat man sich mit einem schwachen Versuche (200 Meter) begnügt und ist dann
ebenfalls davon abgegangen.
Die Gründe hierfür liegen in den unvermeidlichen Fehlern, welche dem Jochsystem
anhaften. (Näheres in dem Octoberheft der Allgemeinen Forst- und Jagdzeitung vom
Jahre 1899, Die betreffende Abhandlung ist auch kostenfrei von mir zu beziehen). Da
aber verlegbare Geleise in der Forstwirtschaft nicht zu entbehren sind, habe ich die
Verlegbarkeit in der Weise gesucht, dass gewöhnliche Stahlschienen, mit Winkellaschen
verlascht und durch Spurstangen verbunden, ohne jede Schwelle direct auf den Boden
gelegt wurden. Durch die Winkellaschen wird sowohl beim Verlegen, wie auch während
des Betriebs jede Ecke in den Stössen vermieden, durch das Anziehen der Schrauben der
Spurstangen jeder Veränderung der Curve vorgebeugt, und die Erdreibung durch das directe
Auflegen auf die Erde in einer Weise benutzt, dass jedes Wandern des Geleises aus-
geschlossen ist.
Das Geleis liegt also vollständig fest und ist betriebsfähig, sobald der Boden die
genügende Widerstandsfähigkeit gegen den senkrechten Druck aufweist.
Die hier verwandte Schiene wiegt 16 kg. auf den laufenden Meter und wird auf den
Geleisen mit und ohne Schwellen (System Bierau) mit Bruttogewichten bis 2750 kg. Rad-
druck, ohne jede Schwierigkeit befahren.
Die Kosten für das Legen betriebsfähiger Geleise haben sich durchschnittlich gestellt:
1. bei den Geleisen mit Schwellen für d. 1. m. auf durchschnittlich . . 75 Pfg.
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Gewinn bei dem Verlegen der Geleise ohne Schwellen . . 67 Pfg.
Nach den in der allgemeinen Forst- und Jagdzeituug veröffentlichten amtlichen
Nachweisungen der Betriebsergebnisse beliefen sich im Jahre 1900 die Unterhaltungs-
kosten bei den verlegbaren Geleisen für den Kilometer auf 48,6°/0, und für den
Tonnenkilometer auf 41,2 °/0 und im Jahre 1901 für den Kilometer auf 35,9 % und für
Zeitschrift f. Local- u. Strassenbahnen. 1902. 10
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