Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — XXI. Jahrgang.1902

Seite: 99
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VIII

Einrichtungen und Dienst auf den Stationen der Kleinbahnen*).
Von von Beyer, Eisenbalmbau- u. Betriebsinspektor a. D. in Posen.
Mit 5 Abbildungen im Texte.
Bei den Stationen der Kleinbahnen muss man unterscheiden zwischen den Zwischen-
und Endstationen und bei letzteren weiter zwischen Endstationen mit und ohne Anschluss
an andere Eisenbahnen.
Namentlich die als Zwischenstationen anzulegenden Haltepunkte und Haltestellen
sind einfach zu gestalten, dafür aber recht zahlreich anzuordnen, so dass den Anliegern
trotz niedriger Anlagekosten Gelegenheit geboten wird, die Bahn in möglichster Nähe ihrer
Wohn- und Arbeitstätte zu erreichen. Es empfiehlt sich aber, in den Haltepunkten und
Haltestellen nur nach Bedarf anzuhalten, wodurch auch der Betrieb einfacher und wirth-
schaftlicher gestaltet werden kann. Für Haltepunkte wird oft eine Tafel mit dem Stations-
namen genügen. Nür bei regelmässig stärkerem Verkehre von Beisenden ist eine einfache,
offene Wartehalle erforderlich. Solche Wartehallen werden zuweilen auch an den Kreuzungen
verschiedener Strassenbahnen errichtet. Haltestellen erhalten in der Begel nur ein Neben-
geleis von einer nutzbaren Länge von 80 bis 100 m. Es ist zweckmässig, dies Geleis
beiderseits anzuschliessen, damit die Zuglocomotive der Züge beider Kichtungen unmittelbar
Wagen ein- und aussetzen kann. Schliesst man es nur einseitig an, so kann die Bedienung
des Nebengeleises durch Züge der einen Richtung, wenn keine Menschenkräfte zum Ver-
schieben vorhanden sind, nur mittels des Stossbaumes oder einer ähnlichen Einrichtung
erfolgen.
Zwischenbahnhöfe sind nach Bedarf ausser mit dem Ladegeleise noch mit einem
dritten Geleise zum Verschieben, erforderlichen Falles auch mit einem vierten für Kreuzungen
auszurüsten.
Die Endbahnhöfe werden immer am vollständigsten auszustatten sein, namentlich
sind hier die Anlagen für die Bildung der Züge anzuordnen. Da sie in der Begel auch
dem Betriebsleiter und den Zug- und Locoinotiv-Bediensteten zum Standorte dienen, so
ist hier Vorsorge für die nöthigen Dienst- und Aufenthaltsräume zu treffen.
Auf den Endbahnhöfen pflegen auch die Locomotivschuppen nebst Zubehör an Be-
kohlungsanlagen, Werkstätten u. s. w. angeordnet zu werden, und zwar legt man zweck-
mässig auf der Station, wo die Züge gebildet werden, einen Schuppen für alle Locomotiven,
nnd auf dem anderen Endbahnhofe einen kleineren für eine Zuglocomotive an. Beide sind
mit Wasserstation zu verbinden, und es empfiehlt sich, den grösseren Schuppen auch mit
Wasserbehälter auszustatten, während für den kleineren und etwaige sonstige Zwischen-

*) Mit freundlicher Genehmigung des Herrn Verfassers abgedruekt aus dem soeben erschienenen
Werke: „Eisenbahntechnik der Gegenwart“ III. Band, 2. Hälfte, Betrieb, Statistische Ergebnisse
und wirthschaftliche Verhältnisse der Eisenbahnen. Preis 12 Mk. C. W. Kreidel’s Verlag in Wiesbaden.
Zeitschrift f. Local- u. Strassenbahnen. 19C2. 14
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