Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — Dritter Jahrgang.1884

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TEAMBAHNEN IN SPANIEN.

Y.
Trambahnen in Spanien.
Von Oberingenieur Otto Peine in Madrid.
(Fortsetzung und Schluss.)
Nächst Madrid verdienen die in Barcelona bestehenden Tramways eine besondere
Betrachtung. Denn nicht weniger als sechs Trambahnen haben es sich zur Aufgabe ge-
stellt, den Verkehrsverhältnissen Barcelonas, oder wie der Catalone mit Vorliebe seine
amphitheatralisch am Mittelmeere aufgebaute Hauptstadt nennt: dem Manchester Spaniens,
zu dienen.
Wiederum war es eine englische Gesellschaft, die zuerst die Wichtigkeit des Strassen-
verkehrs in Barcelona erkannte und die Capitale Cataloniens mit einer Strassenbahn aus-
rüstete. Sie nennt sich „The Barcelona Tramways Co. Ld.“ und verbindet Barcelona
mit seinen Vororten Gracia und San Martin de Provensais durch einen 967(3 m
langen Schienenweg, der eine Spurweite von 1340 mm hat und in dessen Laufe Minimal-
Curven von 10 m Radius und Maximal-Steigungen von 4,2 °/0 Vorkommen. — Die Con-
struction dieses Tramways besteht in gepflasterten Strassen aus Loubat-Schienen,
die auf Holz längs ch wellen gelagert sind und auf den ausserhalb Barcelonas gelegenen
Macadamstrassen aus Vignolesschienen, die auf Holzquerschwellen ruhen. Der
Betrieb wird durch Maulthiere und Pferde unterhalten. — Der Wagenpark dieser Tram-
bahn weist eine ziemliche Mannigfaltigkeit auf, denn derselbe besteht aus Decksitzwagen,
die innen 16, auf den Plattformen 10 und auf dem Deck 22 Personen befördern können,
sowie aus geschlossenen Wagen, die innen 16 und auf den Plattformen 10 Passagiere
fassen. Die Sommerwagen fassen theils 18 Personen innen und 10 Personen auf den Platt-
formen, tlieils 12 innen und ebenfalls 10 auf den Plattformen, während dann noch Sommer-
wagen benutzt werden, die 20 Personen innen und 6 auf den Plattformen Beförderung
gewähren. Diese Wagen werden theils von der Starbuck Car & Waggon Co.-Birkenhead
geliefert, theils aber in den Werkstätten der Trambahn in Barcelona selbst angefertigt.
Die zweite Trambahn Barcelonas ist der „Tr am via de Barcelona ä Sans,“ der
eine Länge von 6747 m hat, Curven von 12 m Radius und Steigungen von 3,5 °/0 über-
winden muss. Die Spurweite dieser Trambahn ist 1340 mm und besteht der Oberbau zum
Theil aus Loubat-Schienen auf Holzlangschwellen, zum Theil aus Vignoles-
S chienen auf Holzquer sch wellen, ganz genau wie beim zuerst beschriebenen
Tramway erwähnt. Dieser Tramway benutzt Decksitzwagen, die innen 16, auf den Platt-
formen 10 und auf dem Deck 20 Personen Platz bieten, sowie geschlossene Wagen, die
für 14 Personen innen und für 10 auf den Plattformen eingerichtet sind. Einige dieser
Wagen wurden von Bird & Co. in London, andere derselben von einer Barcelonaer
Wagen-Bauanstalt geliefert und der Rest in den Tramway-Werkstätten selbst erbaut. Auch
auf diesem Tramway ist ausschliesslich Maulthier- resp. Pferdebetrieb eingeführt.
Die dritte und längste Trambahn Barcelonas verbindet diese Stadt mit den Vororten
Gracia, San Gervasio und Sarria. Auf dieser 25 km langen Bahn kommen Curven
von 13 m Minimal-Radius und Steigungen bis zu 5 °/0 vor. Die Spurweite ist 1420 mm
und besteht der Oberbau wüe bei den zwei zuerst beschriebenen Bahnen theilweise aus
Loubat-Schienen auf Langschwellen, auderntheils aus Vignoles-Schienen
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