Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — Dritter Jahrgang.1884

Seite: 43
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DIE MOTOREN FÜR STRASSEN!!AHNEN.

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einigen Monaten 2achsige Personenwagen mit verstellbaren Achsen und 5m Achsstand
zum Transport der Bergleute im Betriebe.
Man wird also bei dieser Bahnanlage Gelegenheit haben, über die Zweckmässigkeit
beweglicher Achsen, welche bekanntlich, bei grossem Verkehr, von ‘vielen Fachleuten be-
stritten wird, Erfahrungen zu sammeln und werden wir auf die Angelegenheit seiner Zeit
ausführlich zurückkommen.
Während des Jahres 1883 konnte der Bau der übrigen Strecken, für welche die
sämmtlichen Projecto landespolizeilich genehmigt sind, nur wenig gefördert werden, da die
Grunderwerbsverhandlungen sich sehr verzögerten. Dieselben sind aber nunmehr so weit
gediehen, dass die Vollendung des grössten Theiles der Bahnanlagen im Laufe des
Jahres 1884 mit Sicherheit erwartet werden kann.
Die ferneren Theilstrecken von Bahnhof Mansfeld-Eckardhütte, sowie von Bahnhof
Hettstedt bis Trennungsbahnhof Leimbach sollen in späteren Aufsätzen näher beschrieben
werden. (Fortsetzung folgt.)
Halle, im December 1883.

VII.
Die Motoren für Strassenbalmen.
Von Fr. Giesecke.
In der nachfolgenden Skizze sollen nur mechanische Motoren kurze Erwähnung liuden.
Der thierische Motor, das Pferd, hat bereits in vorzüglichster Weise seine Würdigung in
dieser „Zeitschrift“ erfahren.*)
Wenn nun auch der dort angegebene Rückschritt der Dampfmotoren nirgends statt-
gefunden hat, wo die Versuchsstadien überstanden sind, sondern heute mehr als je der
technische Scharfsinn aufgeboten wird, um dem Endresultat immer näher zu kommen, dass
selbst das „obligate Material“, welches erforderlich sein soll, um die „lahm gewordenen
Accumulatoren“ nach dem Balmhofe zu befördern, nur hippiatrisch-selmsüchtiger Wunsch
ist, so wird Niemand verkennen, dass das Pferd noch auf lange Zeit hinaus der unent-
behrliche Motor dort bleiben muss, wo die örtlichen und sonstigen Verhältnisse die An-
wendung der mechanischen Motoren in ihrer heutigen Gestalt und Form nicht gestatten.
Wie viele Versuche nöthig sind und nöthig waren, um den heutigen Stand der
mechanischen Strassenbahnmotoren, von denen sich mehrere noch im Kindesalter befinden,
zu erreichen, soll kurz rekapitulirt werden und aus dem stetigen aber langsamen Fort-
schritte der Technik mag dann Jeder selbst erwägen, inwieweit das Wort des Herrn
Fischer-Dick, „die Elektrizität wird hoffentlich in absehbarer Zeit die bewegende Kraft
auch für Strassenbahnen werden“, ein prophetisches war.
Weit vor Einführung der „Eisenbahnen“ im heutigen Sinne datiren die Pferdebahnen
(Tramways).
Im Harz sollen schon Ende des 17. Jahrhunderts Schienenwege, d. h. auf Quer- und
Langschwcllen festgenagelte Flacheisen, bestanden haben. Von dort kamen dieselben nach
England, wo 1738 der berühmte Outram, von welchem, allerdings mit Unrecht, das
*) Heft 111 1883. Ueber den Hufbeschlag der Pferde. Von Corpsrossarzt I)r. Born in Berlin.
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