Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — Dritter Jahrgang.1884

Page: 133
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XYI.
Die Bauten der grossen Berliner Pferdeeisenbahn im Jahre 1883.*)
Von Jos. Fischer-Dick.
Mit 8 Figuren im Text und 3 lithographirten Taf. IV. V. VI.
A. Bahnbauten.
Die Bauthätigkeit der grossen Berliner Pferdeeisenbahn im Jahre 1883, die die Her-
stellung von circa 9 km Geleise umfasst, war keine aussergewöhnliche, sie ist von den
Leistungen früherer Jahre oft übertrofi'en worden, ausser dem Umstande jedoch, dass die
Bahnbauten gerade das enge Innere des alten Berlin — die City der Stadt — dem Strassen-
bahnverkehr erschlossen, dürfte noch die Einführung des Stahloberbaues bei der Her-
stellung der Geleise interessant erscheinen.
Die Art und Weise der Herstellung des Oberbaues, der Pflasterungen, die Fort-
schritte in der Construction des ersten, in Verbindung mit den Letzteren, sollen in Fol-
gendem einer eingehenden Schilderung unterzogen werden. Hierbei ist nicht zu umgehen,
einen Rückblick auf die Geleiseconstructionen zu werfen, wie solche bei dem Bau der
ersten Strasseneisenbahn Deutschlands — der Linie Berlin-Charlottenburg — im Jahre 1865
gewählt wurden, dann auch die weitere Ausbildung dieser Constructionen bis zur Ein-
führung des stählernen Oberbaues zu verfolgen.
Der Erbauer der ersten deutschen Strasseneisenbahn Ingenieur Cullin wählte eine
leichte Rillenschiene, die in der Lauffläche und in der Rille durch Schieneunägel auf eine
Langschwclle befestigt wurde. Die Langschwelle war wieder mittelst gusseiserner Winkel
mit den Querschwellen verbunden. Figur 11 u. 12 ver-
anschaulichen den Oberbau im Pflaster und in der Chaus-
sirung. Dieser Oberbau genügte für den damaligen
schwachen Strassenbahn- und Strassenverkehr, der Um-
stand, dass 9/io der Geleise in Chaussiruug ausgeführt
wurden, ferner dass der seitlich in der Chaussee liegende
Oberbau von Strassenfuhrwerken, die sich mit seltenen
Ausnahmen auf der breiten Chaussee bewegten, fast gar
nicht befahren wurde, mag erklären, dass dieser Oberbau
sich lange gut gehalten hat und erst in den letzten Jahren beim Umbau der eiugeleisigen
Strecke in eine durchweg zweigeleisige Bahn, bei Pflasterung der chaussirten Flächen ver-
schwunden ist.
Bei dem Bau der Geleise der grossen Berliner Pferdeeisenbahn im Jahre 1872 wurde
*) Leider war cs, da die Tafeln nicht rechtzeitig fertig wurden, nicht möglich, diesen schon für
Heft II eingesandten Artikel darin zu puhliziren.
Zeitschrift f. Local- u. Strasscnbalmen. 1884.


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